WIGE - Story

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2008 Bilanz

2009 Q1 ZB

2009 HJ Zahlen

Kurs unter 1 €

Kurspflege ?

Staatsanwalt

Strafantrag WIGE

falsche Angaben

Kursmanipulationen

Sonstiges

mein Tagebuch

Bemerkungen

Bemerkungen 2010

Insolvenzanfechtung

Gästebuch

Impressum

14.07.2010 10:00 Uhr

Eishold baut die Geschäftsfelder konsequent um.

30 Mitarbeiter der Performance sollen mit rund 30 Mitarbeitern über 10 Wochen die komplette Licht-, Video- und Tonanforderungen erfüllen. WIGE soll nach einem Bericht von "ProMediaNews" eine entsprechende Ausschreibung gewonnen haben.

Das Engagement von WIGE für AUDI beim 24 H Rennen zahlt sich also aus.

Hinter den Kulissen geistert das Ondit, das Geishecker nach seiner Entmachtung sich zum Nürburgring zurück ziehen will, um mit der Performance sein Altenteil zu sichern. Hierbei entsteht allerdings die Frage, wie lange die Performance im Zeitnahmebereich dem Druck der Mitbewerber standhält.

12.07.2010 10:00 Uhr

Schwunghafter ausserbörslicher und börslicher Handel

Im Augenblick ist es sehr schwierig, die ausserbörslichen "Aktienverschiebungen" zu erfassen. Grössere Pakete wechseln ausserbörslich die Besitzer und ohne die abschliessenden Erklärungen ergibt sich noch kein klares Bild.

4.07.2010 10:00 Uhr

Eishold bestätigt meine Darstellungen

In einem Interview mit der boersen-zeitung.de bestätigte Eishold erstmals meine Darstellungen, dass WIGE kurz vor der Insolvenz stand. Eishold ist derzeit intensiv bemüht, für die WIGE-MEDIA die Fachpresse zu gewinnen. ;-))

Fünf vor Zwölf war schon durch. "Der Zeiger wäre fast auf Zwölf gesprungen", sagt Stefan Eishold, seit Oktober 2009 Vorstandsvorsitzender der Wige Media AG. Das Unternehmen, das sich als Mediendienstleister versteht, hatte sich in den vergangenen Jahren so sehr verzettelt, dass es kurz vor der Insolvenz stand. Wige Media, "das ist eine Umstrukturierung mit permanenten Liquiditätsproblemen", sagt Eishold im Gespräch. Diese Schwierigkeiten sind erstmal ausgestanden.

Quelle: Börsen-Zeitung, 3.7.2010

Nur durch Kapitalschnitt und Kapitalerhöhung konnte vermutlich erst einmal ein Turnaround eingeleitet werden. Aufsichtsrat und Eishold haben tief in die Tasche gegriffen, die begleitende Bank wurde durch 20,35 % der Aktien erst einmal abgefunden und über 60 % der Stimmen stellen eine komfortable Ausgangsbasis dar.

30.06.2010 10:00 Uhr

WIGE bekommt eine völlig neue Inhaberstruktur, in der Geishecker keine Rolle mehr spielt.

Im Augenblick gibt es nahezu täglich neue AdHoc Meldungen über die Kapitalerhöhung und die vollzogene Sanierung.
Ich warte einmal die Meldefristen bis Ende nächster Woche ab, um ein klares Bild zu gewinnen.

Fest steht, dass eisi Eishold und der Aufsichtsrat eifrig Aktien gekauft haben und jetzt richtig kräftig am Unternehmen beteiligt sind.

So ergibt sich ein erstes (noch nicht vollständiges Bild)

20,35 % Close Brothers Seydler Bank
19,78 % PVM PrivateValues Media AG
19,78 % Sascha Magsamen
2,50 % Eishold
7,81 % Geishecker

Fest steht damit auch, dass Geishecker innerhalb kürzester Zeit faktisch entmachtet wurde und nicht mehr zu sagen hat. Es bleiben viele Fragen offen, insbesondere, wenn man sich die neue AdHoc von heute einmal vornimmt.

Adhoc der WIGE-MEDIA AG

Durch den Bruttoemissionserlös in Höhe von rund EUR 5,1 Mio. wurde die Kapitalstruktur des Unternehmens wesentlich verbessert. Die strapazierte Passivseite konnte dank der aktiven und zukunftsgewandten Teilhabe der engagierten Kreditinstitute durch eine Kombination von Ablösung und Verzicht restrukturiert werden. Die WIGE MEDIA AG ist damit weitgehend entschuldet und nahezu frei von Bankdarlehen.

Durch die Stärkung des finanziellen Handlungsspielraums kann die WIGE MEDIA AG nun als Komplettlösungsanbieter in einem weiteren Schritt die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten über die gesamte mediale Wertschöpfungskette forcieren. Hierbei sollen weitere Kundengruppen im Sport, im Entertainment und im Bereich der Information und der Politik bedient werden. Die Steigerung der Umsätze und Erträge soll dabei auch über einen höheren Anteil kreativer Dienstleistungen und individueller Kundenlösungen angestrebt werden.

'Durch die Sanierungsmaßnahmen konnten wieder profitable Strukturen im Unternehmen geschaffen und die Basis für ein solides Wachstum gelegt werden. Erste Aufträge von neuen Kunden bestätigen uns darin, die richtige Strategie implementiert zu haben. Auch die Altaktionäre haben uns in unseren Vorhaben bekräftigt und uns über die erfolgreiche Kapitalerhöhung ihr Vertrauen ausgesprochen.

Wir können unsere internen Ressourcen nun wieder auf neue Wachstumsfelder fokussieren, noch nicht abgedeckte Kundenpotenziale abdecken und die Erweiterung der Geschäftsaktivitäten sowie weitere Zukunftsinvestitionen vorantreiben. Hier sind insbesondere weitere Sportarten und Entertainmentformate denkbar. Der Wandel vom reinen Ü-Wagen Betreiber zum Medienpartner für Rechteinhaber, Veranstalter,
Sender, TV-Produzenten und Industrieunternehmen wird weiter vollzogen',
so Stefan Eishold, Vorstandsvorsitzender der WIGE MEDIA AG.

Bleibt die interessante Frage: Wieso habe ich das Alles schon einmal vor Jahren oder Monaten gelesen. Es schmeckt, wie aufgegossener Tee des letzten Jahres. Was will man den in "weiteren Sportarten" und "Entertainmentformaten" vorantreiben.

Die TV-Welt steigt derzeit komplett auf HDTV um und WIGE musste seinen letzten HDTV Wagen verkaufen.

Spannende Frage, an welcher Stelle im Wasserkopf versteckt WIGE eigentlich die kreativen Köpfe? Es muß doch längst in der Vorstandsetage angekommen sein, dass man zwar die Crew des "Geishecker-Race 24 Stunden Nürburgring" mit höflich ausgedrückt "Amateurschwenkern" kompletieren konnte. dieses aber zu einem fatalen Echo in der Medienszene geführt hat.

Ohne Zweifel wird jetzt die nächste Personalreduktion kommen, denn der Untergang des schwerfälligen Dampfers WIGE-MEDIA scheint erst einmal gestoppt. Bleibt die Frage, ob die neue Energie jetzt noch bis zu einer rettenden Insel reicht und für wen es dann noch "Brot und Arbeit" gibt. Hier muß sich der Kapitän noch einiges einfallen lassen ....

23.06.2010 10:00 Uhr

Die alte WIGE - MEDIA wird es nicht mehr lange geben.


In den letzten Tagen habe ich viele Anrufe gehabt und war auch in der Firmenzentrale von WIGE, um bei meinem alten Mitstreiter der ersten WIGE - Zeit einige Videobänder abzuholen. So konnte ich mir endlich persönlich einen Eindruck vor Ort machen und auch ein klärendes Gespräch mit dem Vorstand führen, um Antwort auf viele Fragen zu erhalten.

Auch wenn Eishold vieles nicht so deutlich kommuniziert, habe ich kaum noch einen Zweifel, dass er die Sanierung efolgreich durchführen wird. Letztendlich hängt er auch mit einigen zigtausend Euro in der Firma. Man gewinnt den Eindruck, dass er genau weiss, was er will und was er macht. Die Interessen der Anleger stehen bei ihm eindeutig im Vordergrund und er wird die Firma gnadenlos zum Profit treiben.

Nur, dass wird dann mit der WIGE, wie ich sie kenne und gegründet habe, nicht mehr viel zu tun haben.

Eishold hat klar und unmissverständlich anlässlich der Hauptversammlung erklärt, dass er den kostenträchtigen Verlustbringer AÜ-Betrieb verkleinern oder sogar einstellen wird. Er sieht die Zukunft der WIGE in anderen Geschäftsfeldern, von denen er noch in diesem Jahr schwarze Zahlen erwartet.

Eine -meiner Meinung nach- zu optimistische Sichtweise, denn dafür müssten erst einmal weitere Fixkosten abgebaut werden.

18.06.2010 21:00 Uhr

Emissionserlös von über 5 Mio. erzielt

Es war der Tag, als Deutschland bei der WM die erste Niederlage einsteckte. Kurze Zeit später lief dann die Meldung über den Ticker, dass WIGE bei bestehenden Aktionären 3.000.000 Stück neue Aktien zu je 1,80 € plaziert hat.

Damit fließt der WIGE ein Emissionserlös von 5.100.000 € zu.

Chapeau, Herr Eishold, die Umgestaltung der AG nimmt konkrete Formen an. Es ist bemerkenswert, wie Sie sich von den Altlasten befreien und konsequent eine neue WIGE AG aufbauen.

Bleibt abzuwarten, ab wann Geishecker sich ganz nach Meuspath zurück zieht, um eventuell die Performance zu übernehmen. Das nötige Kleingeld dürfte er in den Jahren angesammelt haben.

9.06.2010 7:00 Uhr

Was macht eigentlich der Kurs?





Gestartet mit 3,30 ....

auf 2,60 runter und
wieder auf 2,80 gestiegen

bietet der Kurs ein uneinheitliches Bild.

Warten wir die nächsten Tage ab ....








4.06.2010 7:00 Uhr

Neue Infopolitik bei der WIGE

Erstaunlich, erstaunlich, jetzt werden schon einzelne Monate im Detail dargestellt. Das hat es früher nicht einmal im Ansatzt gegeben ....

Starker Mai mit vielen erfolgreichen Produktionen abgeschlossen

- Insbesondere starkes letztes Mai-Wochenende mit Formel1, Boxen auf Schalke, ADAC GT Masters und IDM
- Guter Start in die DTM-Saison- Fünf neu aufgestellte und klar getrennte Geschäftssegmente greifen gut ineinander

Köln, 2. Juni 2010: Die WIGE MEDIA AG (WKN: 634770) hat einen außerordentlich erfolgreichen Produktionsmonat Mai absolviert. Alleine im Bereich Motorsport wurden das 24h-Rennen für Sport1, die DTM in Valencia für die ARD, die ADAC GT Masters-Läufe am Sachsenring und in Hockenheim für Kabel1, drei Formel 1 Rennen für RTL sowie zwei Moto GP's produziert. Dabei kamen die umfangreichen Leistungen aller fünf neu strukturierten Geschäftsegmente der WIGE MEDIA, insbesondere am letzten Maiwochenende, zum Einsatz. Im Bereich Außenübertragung (Broadcasting Technology) gehörte neben einer Vielzahl anderer Veranstaltungen auch die HD-Produktion des Klitschko-Kampfes auf Schalke dazu.
Auch der Bereich WIGE Performance konnte eine Reihe von Veranstaltungen positiv abschließen. So überzeugten unsere Leistungspakte bei einigen Jahreshauptversammlungen, bei zahlreichen DFB- und UEFA-Veranstaltungen sowie bei vielen Tagungen. Zusätzlich wurden bei Rennserien Zeit- und Ergebnisdienste realisiert.

Die WIGE Int'l TV Marketing GmbH distribuierte im Mai ebenfalls eine große Anzahl verschiedenster Ausspielungen. Hierzu gehörten Projekte bei der DTM, der Mille Miglia, des ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring und der Ferrari Challenge Europa.
Auch die WIGE Redaktion realisierte ein umfangreiches Programm. So kamen allein 11 Redaktionsteams beim 24h-Rennen zum Einsatz. Ebenfalls im Mai wurde das Auftaktrennen der DTM-Saison umfassend betreut.

Neben der WIGE Redaktion war auch die WIGE EVENT GmbH auf dem 24h-Rennen im Einsatz. Zahlreiche Kundenauftritte und VIP-Areas wurden im Kundenauftrag realisiert. Weiterhin kann bei der WIGE EVENT eine erhöhte Nachfrage nach Dienstleistungen festgestellt werden. U.a. wurden hochwertige Incentive-Reisen nach Mallorca, Bordeaux und New York umgesetzt.

Gerade das 24h-Rennen am Nürburgring zeigt das gekonnte Zusammenspiel aller neu gegliederten WIGE Geschäftssegmente. Hier konnte die WIGE MEDIA AG wieder einmal eine Vielzahl von Dienstleistungen entlang der medialen Wertschöpfungskette abdecken.


Bleibt die offene Frage, was bleibt an Cash bei dieser Vielzahl hängen, weil vermutlich zahlreiche FRemdanmietungen notwendig waren.

27.05.2010 23:00 Uhr

Börsenkurs startet mit 3,33 €

und ist damit (Altkurs x 6) planmässig übernommen worden. Die betreuende Bank hat noch einmal auf die problematische angespannte Situation der Firma hingewiesen und jetzt wartet Eishold vermutlich ab, wer die neuen Aktien zeichnet. Die Altaktionäre haben Bezugsrechte im Verhältnis 1 : 3 und können sich für 1,80 € eindecken.

Chapeau an Eishold. Er hat die Kapitalmaßnahme konsequent durchgeführt, obwohl der Überschuldungsgrad der WIGE insolvenzverdächtig ist. Anscheinend geniesst er das Verrauen der Banken, denn sonst wäre kaum eine Verlängerung der Kreditlinien erfolgt.
Bleibt wieder einmal eine spannende Frage: Werden die Investoren mitziehen und sich mit 50% Rabatt auf den Kurs eindecken?
Reichen die dann eventuell zu erzielenden Erlöse zur Deckung der Schulden? Für die Bilanzkosmetik dürfte es vermutlich erst einmal reichen.

26.05.2010 06:00 Uhr

Zusammenlegung erfolgt am 26.5.2010 nach Börsenschluss

Jetzt wird es spannend, zu welchen Kursen der Handel ab dem 27.5.2010 erfolgt und ob die Zocker einsteigen. Theoretisch müsste nach meinem Verständnis der Handel mit dem Schlusskurs von heute x 6 starten.

25.05.2010 08:00 Uhr

Eishold fährt strikten Kurs

inzwischen habe ich weiter recherchiert, wie es eigentlich mit dem Vergleichsangebot der Rechtsanwälte gelaufen ist. Offensichtlich wurden alle teilnehmenden Kleingläubiger entsprechend den Zusagen bezahlt. Einige Zahlungen efolgten leicht verspätet.

Offensichtlich haben die Banken die Kreditlinien un das Engagement verlängert und Eishold verfügt anscheinend über genügend Cash, um das operative Geschäft weiter zu führen.

22.05.2010 08:00 Uhr

Hier die AdHoc für die erwartete Kapitalerhöhung

Köln, 21. Mai 2010: Der Vorstand der WIGE MEDIA AG (ISIN: DE0006347701; WKN: 634770) hat durch Beschluss vom 21. Mai 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom gleichen Tage den Bezugspreis für die aus der Kapitalerhöhung 2010 (vgl. Beschluss der Hauptversammlung von 10. Februar 2010) hervorgehenden bis zu 3.000.000 Stück neue Aktien auf einen Betrag von EUR 1,80 festgelegt.

Die Neuen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 1:3 angeboten und sind ab dem 1. Januar 2009 gewinnberechtigt. Die Bezugsfrist beträgt zwei Wochen und beginnt am 27. Mai 2010 und endet am 10. Juni 2010 (jeweils einschließlich). Die Transaktion wird von der Close Brothers Seydler Bank AG, Frankfurt am Main, als Sole Lead Manager begleitet.

Neue Aktien, die nicht aufgrund der Bezugsrechte der Aktionäre bezogen werden, können ausschließlich von bestehenden Aktionären im Rahmen eines Überbezugs zum Ausgabebetrag erworben werden.

Eine Privatplatzierung von nicht bezogenen Aktien bei Dritten erfolgt nicht. Auch ein börslicher Bezugsrechtshandel wird nicht organisiert; ebenso wird von der Gesellschaft kein An- und Verkauf von Bezugsrechten zwischen den Aktionären vermittelt.

Die Mittel aus der Kapitalerhöhung dienen der Gesellschaft zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und der Verbesserung der Liquidität, damit die letzte Phase des Gesamtsanierungskonzeptes der Gesellschaft erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Die Einzelheiten sind dem am 25. Mai 2010 im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichenden Bezugsangebot zu entnehmen.

18.05.2010 21:05 Uhr

Ein unglaubliches Gerücht geistert durch Kölner Medienkreise ....

Ich kann es eigentlich nicht glauben, was ich nebenbei nach dem dritten gepflegten Kölsch hörte.

Da soll es eine Produktionsfirma geben, die plötzlich nicht mehr über genügend Cash verfügte, um teure Kameraleute für einen 3 Schichteneinsatz am Nürburgring einzukaufen. Hinzu kam wohl
den Gerüchten nach, dass viele Profis bereits wegen ausstehender Honorare die kalte Schulter gezeigt haben sollen.

Jetzt soll man dort
angeblich auf eine äussert schlaue kostensparende Idee gekommen sein.

Angeblich hat man sich an eine Kölner Medienschule gewandt und dort genügend "heisse" Mediengestalter gefunden, die gerne einmal eine "praktische Übung unter LIVE-Bedingungen" absolvieren wollten. Die Kamerabilder waren dann zwar größtenteils nicht verwendbar, weil natürlich jegliche Beziehung zum Motorsport und Erfahrung im Umgang mit der Technik fehlte; die Zuschauer am Bildschirm wunderten sich über eine "kreative Kameraführung", aber es sollen vermutlich einige Tausende gespart worden sein. Was soll`s ....

Die Firma soll angeblich bei diesem neuen Geschäftsmodell tüchtig gespart haben und stellt den Praktikanten hoffentlich ein Zeugnis für den tagelangen Job aus.

Diese Idee könnte man
- wenn es denn so war - weiter ausbauen: Es gibt vermutlich genügend Ausbildungsfreiwillige, die nicht nur gerne die eigene Übernachtung übernehmen, sondern auch bereit sind, einen Obolus für einen "Erlebnisausflug in den Motorsport mit eingebundender Erfahrungssammlung als Kameramann oder Praktikant" zu entrichten.

Da bekommen eventuell die Begriffe "Learning bei Doing" und "Praktikantenfernsehen" eine völlig neue Dimension.

Aber vermutlich sind das alles nur Stammtischgerüchte .....

15.05.2010 21:05 Uhr

WIGE hat die Ergebnisse des 1.Quartals 2010 veröffentlicht ....

Die nüchternen Bilanzzahlen spiegeln die angespannte Situation wider ....

Die Banken haben vermutlich längst die Brisanz der Kennziffern erkannt, bisher vergeblich auf die groß angekündigte Kapitalerhöhung gewartet und vorrausschauend die Kreditlinien erst einmal bis zum 15.5.2010 befristet. Wenn die Banken jetzt verhandeln, wollen Sie anscheinend schnell aussteigen und sind dafür sogar bereit
Ultima ratio gegen eine Ablösung auf einen Teil der Forderung zu verzichten (...)

Jeder kann sich ausrechnen, was es bedeutet, wenn Banken auf einen Forderungsverzicht eingehen. Anscheinend fehlt den Banken langsam der Glaube an die Worte des Predigers, der Wasser in Wein verwandeln will.

"(...) mit den finanzierenden Banken wird über eine Vereinbarung verhandelt, in der durch eine Kombination aus Ablösung und Verzicht die Verschuldung der WIGE erheblich reduziert würde. (...) Die im Rahmen der Kapitalerhöhung eingenommenen Mittel würden für die angesprochene Bankenlösung und für die Begleichung von Stundungen und Anzahlungen (...) genutzt werden."

Quelle: WIGE Zwischenmitteilung S.13




(A)
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 2,2 Mio. angestiegen. Hier kann WIGE völlig legal Forderungen nach Fertigstellungsgrad einbuchen. Wenn z.B. ein Auftrag über zwei Jahre 3 Mio. bringt und WIGE 50% schon erledigt hat, dann können nach meinem Verständnis 1,5 Mio. als Forderungen aus Lieferung und Leistungen eingestellt werden. Diese Position wurde von WIGE in der Vergangenheit oft "sehr interessant" verwendet. Siehe auch GP-Masters Fake, bei dem die Bilanz vermutlich manipuliert wurde und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dieses bedeutet aber anscheinend auch, dass fast die Hälfte des erzielten Umsatzes noch nicht "cashwirksam" realisiert wurde.

(B) Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erreichen mit 5,51 Mio. einen neuen Höchstwert und dokumentieren deutlich die Verpflichtungen gegenüber den Lieferanten und Dienstleistern, von denen trotz Zahlungszusage anscheinend immer noch viele Freie auf ihre Honorare warten. Hier sind seit Jahresbeginn weitere noch nicht bezahlte Rechnungen von 1,1 Mio. aufgelaufen.

(C) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen etwa 0,3 Mio. unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Hier dürfte zum Jahresende wieder eine 5 vor dem Komma stehen. Die von Eishold prognostizierten 1,3 Mio. sind höchst unrealistisch und kaum realisierbar.

(D) In Q1 lief ein Verlust von 2,05 Mio. auf, der den Wert des ohnehin negativen Eigenkapitals auf - 3.899 TEuro dramatisch verschlechterte.

(E) WIGE ist mit einem negativen Eigenkapital von 3,899 Mio. bilanziell völlig überschuldet.

Die dringend erforderlichen Kapitalmaßnahmen haben anscheinend aktuell zu einem
Rebound geführt. Der erhoffte Kursanstieg nach der Zusammenlegung ist bisher nicht oder nur minimal erfolgt. Deutlich erkennbar an der Marktkapitalisierung, die weder der Vorstellung von Eishold und AR gefolgt ist, noch die gewünschte dringend notwendige Kaptalerhöhung zulässt.

2,94 Mio. Euro = Marktkapitalisierung (Kurs 0,49 €) vor Herabsetzung des Grundkapitals im Verhältnis 6:1 auf 1.000.000 Euro
0,60 Mio. Euro = aktuelle Marktkapitalisierung bei einem Kurs von 0,60 €.
----------------
- 2,34 Mio. Euro = gesunkener Wert der WIGE - MEDIA AG.

Das Unternehmen, dass zum Zeitpunkt des Börsenganges einmal einen Marktwert von 30 Millionen hatte ist aktuell bei etwa 0,6 Mio. oder auch ca. 2% des Ausgabepreises in der Realität angekommen.

Bleibt die spannende Frage, was wird am Montag mit den
bis zum 15.5.2010 befristeten Kreditlinien ?

Normalerweise treten die Risikoexperten der Banken bei diesen Kennzahlen sofort auf die Notbremse; Verfügungen, Kreditkarten, Tankkarten etc. werden auf Eis gelegt.

Das Rating der WIGE MEDIA AG dürfte sich vermutlich durch die jetzt vorgelegten Quartalszahlen Q1 die von den Wirtschaftsprüfern aufgeführten "bestandsgefährdenden Risiken"
um Einiges verschärft haben. Wenn keine neuen Mittel für eine Zwischenfinanzierung zur Verfügung gestellt werden, wird es nach den vorgelegten Zahlen sehr interessant, welche Schachzüge die ausgewiesenen Finanzexperten noch drauf haben (...).

8.05.2010 21:05 Uhr

Wann geht der Kurs ab ....

Ernüchternd ist die Kursentwicklung nach der Kapitalherabsetzung. Eigentlich müssten die Aktien nach der Herabsetzung und Zusammenlegung den sechsfachen Wert ansteuern. Der Kurs dümpelt aber immer noch deutlich unter 0,70 € und ist weit von den erwarteten 3 € entfernt..

Derzeit liegt die aktuelle Marktkapitalisierung für die jetzt 1 Mio. Aktien bei etwa TEuro 700. Aber selbst jetzt finden nur kleine Umsätze statt.

Anscheinend will keiner die Aktien der WIGE - MEDIA bei einer

• Überschuldung von 1.7 Mio.€ ,
• einem Bilanzverlust von 14 Mio €
und den
• "bestandsgefährdenden Risiken"

"zum Schnäppchenpreis" haben ....

Die Banken, deren
Kreditlinien bis zum 15.Mai befristet sind, werden die Kursentwicklung natürlich genau im Augen behalten.

5.05.2010 6:12 Uhr Update 19:23 Uhr

Schwankende Kurse ....

Das Grundkapital gilt mit Wirkung der Eintragung am 3.5.2010 als herab gesetzt (§ 224 AktG).

Interessant, ob die Aktionäre das schon wissen und verstanden haben. Bleibt die Frage, wie die Aktienzusammenlegung praktisch durchgeführt wird. Die alten Aktien müssten eingezogen werden und die neuen Aktien ausgeschüttet werden. Nur an welchem Tag erfolgt der Schnitt?

Theoretisch hätte der Kurs jetzt durch die eingetretene Wirkung von rund 0,50 € auf im Verhältnis der Zusammenführung 6:1 auf 3 € steigen müssen. Alle jetzt getätigten Aktienkäufe wären nach meinem Verständnis bereits durch die Kapitalmaßnahme betroffen.

Werde heute einmal etwas recherchieren, um hier Klarheit zu bekommen.

Ein kluger Mann von der BaFin hat versucht, mich dann etwas schlauer zu machen..

Tatsächlich scheint das Eintragungsdatum der Stichtag zu sein. Elektronisch kann man allen Depots und Aktieninhabern mitteilen, dass die Aktie zusammen gelegt wurde. Für je 6 Aktien vor der Eintragung erhält man seit 3.5.2010 jetzt 1 Aktie zum Nominalwert von 1 Euro. Dieser Wert wird dann durch den Tageskurs bestimmt.

Eigentlich habe ich den ganzen Tag darauf gewartet, dass der Kurs jetzt mit 6 multipliziert wird. Von 0,50 € hatte man eigentlich den 3 € Bereich erreichen müssen. Nichts dergleichen ist passiert. Und das gibt mir zu denken, ob ich denn alles von der BaFin richtig verstanden habe.

Ein Spekulant würde doch kräftig zulangen, solange der Kurs sich unter 1 € bewegt. Die neuen Aktien können nicht unter Nominalwert ausgegeben werden und der liegt bei 1 €.

Wenn ich das richtig sehe, dann wären doch zukünftige Investoren jetzt gut beraten, sich unter 1 € einzudecken. Nur warum tut das keiner?
Wo liegt also der Gedankenfehler oder ist es zu spekulativ?

Also der Zock der Woche:
Champagner für Kursgewinne oder Totalverlust bei Insolvenz?

4.05.2010 6:32 Uhr

Es wird immer interessanter ....

Erwartungsgemäß mussten die von mir erwarteten Käufer des Constantin Paketes veröffentlicht werden. Es investierten:

Vorstandsvorsitzender Eishold 57.792 € für 180.600 Aktien zum Kurs von 0,32 €
Aufsichtsratsvorsitzendervorsitzender Magsamen 88.000 € für 275.000 Aktien
AR-Mitglied Löw 64.000 € für 200.000 Aktien

Eine
lohnende Investition ??, die erst das Ausscheiden der Constantin Medien AG und damit die Rücknahme der Kapitalanfechtungsklage ermöglichte. Der Beschluss der ausserordentliche Hauptversammlung konnte so am 3.5.2010 eingetragen werden und das Grundkapital wurde durch die Eintragung von 6 Mio. auf 1 Mio. heruntergesetzt.

Die von den Beteiligten getätigten Investitionen bedeuten z.B., dass aus Eisholds 180.600 Aktien --> 30.1000 Stück werden, die theoretisch einen Wert von 0,32 x 6 = 1,92 € haben. Die neuen Aktien sollen zu einem Kurs von 1 € angeboten werden. In jedem Fall vermutlich ein interessantes Geschäftsmodell für Eishold. ;-))

Es war vermutlich die letzte, die schnellste und einzige Möglichkeit, die Anfechtungsklage vom Tisch zu bekommen. Vermutlich wäre in einem Klageverfahren schnell ein anderer Sachverhalt in den Blickpunkt gerückt.

AR und Vorstand hatten in der ausserordentlichen Hauptversammlung eine Beschlussfassung für die Kapitalmaßnahme völlig ungewöhnlich vor Bekanntgabe der Fakten durchgesetzt, gegen die durch die Constantin Widerspruch eingelegt wurde.
Die Hauptversammlung hatte also einen Beschluß gefasst und
erst danach wurde eine mögliche Überschuldung durch Eishold verneint.

Zum 31.12.2009 notierte das Eigenkapital der WIGE mit minus 192 TEuro.
Nach Einbeziehumg der Performance und der Event
dann mit 622 TEuro. im positiven Bereich."
Auszug aus dem Bericht des Vorstandes zur finanziellen Situation der WIGE - MEDIA AG

Diese Information lag um 2.500 TEuro daneben und die Firma war bereits zu diesem Zeitpunkt mit rund 1.7 Mio. überschuldet.

Da aber der Beschluss vorher gefasst war, hätte selbst eine Anfechtung und heutige Korrektur der Falschaussage keine Relevanz für die Beschlussfassung. Vermutlich würde es etwas anders aussehen, wenn die falschen Angaben vor der Abstimmung gemacht worden wären.

Faszinierend, wie gezielt Finanzexperten agieren (...)

1.05.2010 12:25 Uhr

WIGE ist völlig überschuldet und läuft Gefahr, Insolvenz anzumelden, falls nicht schnellstens frisches Kapital eintrifft.

Dabei hatte der 1. Mai doch so ruhig und friedlich begonnen, bis dann um 6 Uhr der erste Anruf einging. Anscheinend haben sich einige Leute doch bereits etwas intensiver mit den Details der Bilanz beschäftigt und es sieht überhaupt nicht rosig aus.

Zwar war die AdHoc Ankündigung der für den nächsten Tag verfügbaren Jahreszahlen bereits ein Knaller (bisher kam die AdHoc zusammen mit den Zahlen), dieser wurde aber getoppt, als die Werte am nächsten Tag erst ab ca. 22:00 Uhr nach Redaktionsschluss der wichtigsten Wirtschaftsmedien zur Verfügung standen. Folglich erfolgte vor dem Wochenende keine Berichterstattung und Kommentierung der Zahlen. Hier sind Profis am Werk!

Es ist ein Novum und der vorletzte Schritt:
Erstmals in der Bilanzgeschichte der WIGE unterstreichen die Wirtschaftsprüfer in ihrem Abschlussbericht die Ausführungen des Vorstandes zu "
Bestandsgefährdeten Risiken"

Im Abschnitt "Bestandsgefährdende Risikien" sind Maßnahmen dargestellt, bis zu deren erfolgreicher Umsetzung die Liquiditätssituation ein bestandsgefährdendes Risiko darstellt."

So deutlich hatten die Bilanzprüfer vorher noch nie gewarnt.
Bei den angesprochenen
drei (!) notwendigen Maßnahmen handelt es sich nach den Ausführungen in der Bilanz um
1.) Die im Februar 2010 für die WIGE MEDIA AG beschlossenen Kapitalerhöhung wird in Abhängigkeit vom erzielten Emissionspreis pro Aktie und unter Abzug der mit der Kapitalerhöhung verbundenden Kosten zum Zufluss von liquiden Mitteln in Höhe von € 2,8 Mio. bis € 4,0 Mio. führen.

•1 Hierbei ist völlig offen, ob und bis wann die Kapitalerhöhung durchgesetzt werden kann.
Erst nach der Herabsetzung des Kapitals kann überhaupt der Eintrag einer anschliessende Kapitalerhöhung beantragt werden und erst nach gewissen Fristen die Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Eventuell ein wochenlanger (?) Vorgang; Zeitrahmen völlig offen.
Bleibt die interessante Frage offen, wer kauft dann überhaupt die Aktien einer WIGE, die bisher (meiner Meinung nach) noch kein schlüssiges Zukunftskonzept vorgelegt hat. Die Zahlenvorstellungen des Vorstandes unterscheiden sich nicht nur gewaltig von den bisherigen Planungsdaten, sondern sprühen vor Zweckoptimismus. Und das sollen die Banken, die natürlich die Details kennen, so schlucken?

2.) Die finanzierenden Bankenstellen die zur Zeit bestehenden Kreditlinien bis nach Abschluss der Kapitalerhöhung in unverändertem Umfang zur Verfügung.

•2 Die Kreditverträge sind bis zum 15. Mai befristet und WIGE konnte bisher (und hat ohne frisches Kapital in Millionenhöhe auch in naher Zukunft) nach eigenen Angaben in der Bilanz die Auflagen der Banken nicht erfüllen.
Hierbei handelt es sich bei den
"auferlegten Kapitalanforderungen um vom Eigenkapital und Cash Flow abhängige Kennzahlen für die Kreditgewährung durch die Banken."
Vereinfacht ausgedrückt: Die Kennziffern ergeben sich aus Eigenkapital und Cashflow. Das Eigenkapital ist bekanntlich negativ und die Firma überschuldet. Aus dem Cashflow ergibt sich u.a. ob das Unternehmen überhaupt Tilgung und Zinsen zahlen kann. Jeder Normalbürger kennt das: Kredit gibt es nur gegen Sicherheit und dem Nachweis, dass man die Raten überhaupt leisten kann. Vermutlich erfolgte u.a. auch die Finanzierung des 5 Mio.Kontokorrentkredites und der aktuellenKreditlinien nur unter der Voraussetzung der von Eishold angekündigten erwarteten Kapitalerhöhung. Nur kann man diese kreditrelevanten Kennzahlen nicht mal schnell bis zum 15.Mai ändern (...)

3.) Die im Berichtsjahr begonnene Schaffung rentabler Strukturen führt bei nahezu unveränderten Umsätzen zu den geplanten Ergebnissteigerungen. WIGE rechnet im Geschäftsjahr 2010 mit einem Ergebnisanstieg um T€ 5.544 (100,5%) bei Umsatzerlösen von T€ 18.576 (2009 T€ 19.883) bei der Konzernmutter.
Langfristig geht man von einer Ergebnissteigerung von jährlich T€ 700 aus.

•3 Die Berechnungen sind interessant, aber dürften meiner Meinung nach völlig realitätsfremd sein. Eishold hatte ja bereits ähnliche unrealistische Werte prognostiziert, auf ich bereits detailliert eingegangen bin.

Wo sind denn eigentlich die "rentablen Strukturen" auch nur ansatzweise erkennbar.

Davon träumt jeder Unternehmer

Unveränderte Umsätze trotz Reduzierung eines kompletten Geschäftsbereiches, der bisher die anderen Geschäftsfelder mitzog. Dabei ein Ergebnisanstieg von 100,5%. Das geht aber auf dem Papier bei unseren "Finanzspezialisten für Reorganisation" ganz einfach: Im Prinzip
fallen fast alle "sonstigen betrieblichen Kosten" weg. Wozu zahlt man z.B. überhaupt Mieten, Versicherungen, Beratungskosten und Fuhrpark?

Eine interessanter Schritt in diese Richtung ist auch der weitere Personalabbau im TV-Bereich, so soll man anscheinend nunmehr bis auf den Ü-Wagenchef auch das gesamte AÜ-Funktionspersonal entlassen haben. Diese sollen den vorliegenden Infos nach dann als "freie Mitarbeiter" für die Veranstaltungen wieder in gleicher Funktion beschäftigt werden. Ein interessantes Geschäftsmodell. Der Zoll und die Scheinselbstständigkeit lassen vermutlich grüßen.

Die Ergebnissteigerung wird dann mal schnell
"T€ 5.544" betragen. Wohlgemerkt nicht etwa "ca. 5 Mio." sondern ein exakter Wert. Daran erkennt man die Profis. Wenn es doch so einfach wäre ....

Ich persönlich gewinne immer mehr den Eindruck, dass hier nur noch Finanzspezialisten am Werk sind, denen allerdings die Details des sich schnell wandelnden TV-Marktes entgehen. Hallo, Guten Morgen Deutschland, ZDF ab Juni HD Vollprogramm! Fussball, Boxen nur noch HD! Unterhaltungsshows demnächst nur noch HD! Wetten dass, ARD Sport spätestens ab 2011 nur noch HD!


Die verschiedenen Knackpunkte sind aber ganz schnell in eine Liste gebracht:

Nach der Insolvenzordnung müsste eine überschuldete Firma aufgrund des negativen Eigenkapitals (Überschuldungsbilanz) eigentlich sofort Insolvenz anmelden.

••• Dieses wurde auch bereits in der aussenordentlichen Hauptversammlung thematisiert, bei der Eishold und der Aufsichtsrat gegenüber den anwesenden Aktionären allerdings noch als vorläufige Zahlen angab:

Zum 31.12.2009 notierte das Eigenkapital der WIGE mit
minus 192 TEuro.
Nach Einbeziehumg der Performance und der Event
dann mit 622 TEuro. im positiven Bereich."
Auszug aus dem Bericht des Vorstandes

Aus heutiger Sicht höflich und gelinde gesagt, eine peinliche Fehlinformation der Börsenprofis. Unvorstellbar, dass man sich um 2,5 Mio. verrechnete. Es könnte auch auch eventuell "gut in den Kram gepasst" haben, um das Abstimmungsergebnis zu beeinflussen. Das richtige Ergebnis mit minus 1.873 TEuro hätte vermutlich damals sehr schnell zu berechtigten Nachfragen der Aktionäre nach der Stellung eines Insolvenzantrages geführt und eventuell damit auch zu einem anderen Ergebnis bei der Abstimmung geführt. Fraglich, ob die Beschlüsse ausserordentlichen Hauptversammlung nicht unter falschen Vorzeichen getroffen wurden. Die Beschlussfassung der HV vor Bekanntgabe der Details bekommt so einen ganz merkwürdigen Beigeschmack und eine andere Bedeutung.

Aber damals war es ja vermutlich nur "ein vorläufiges Ergebnis", obwohl Aufsichtsrat und Vorstand (bestehend aus Finanzprofis) es ganz sicher besser wussten.

Hier erkennt man deutlich, wie mit den Zahlen und Fakten jongliert werden kann. Plötzlich sind es schnell einmal rund
minus 2.5 Mio. Euro weniger, die man vor 3 Monaten noch nicht erkannt haben will? Hier können selbst Freunde der AG ins Grübeln kommen.

Die neue InsO sieht für die sofortige Anmeldung nur eine Ausnahme vor, "(...) wenn eine Fortführung des Unternehmens nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist. " InsO §19 Abs 2

WIGE konnte bisher nach den eigenen Angaben in der Bilanz die Auflagen der Banken nicht erfüllen.
Hierbei handelt es sich bei den
"auferlegten Kapitalanforderungen um vom Eigenkapital und Cash Flow abhängige Kennzahlen für die Kreditgewährung durch die Banken." Vereinfacht ausgedrückt: Die Kennziffern ergeben sich aus Eigenkapital und Cashflow. Sie sind zu schlecht und fallen durch das Bankenraster. Vermutlich erfolgte u.a. auch die Finanzierung des 5 Mio.Kontokorrentkredites nur unter der Voraussetzung der von Eishold angekündigten erwarteten Kapitalerhöhung.

Nur kann man diese Kennzahlen nicht mal schnell ändern ....

Anscheinend haben sich daher aber die Banken die
Rückzugsmöglichkeit offen gelassen, um die Finanzierungslinien kurzfristig zu beenden. In diesem Rückzugsfall dürften die Kredite sofort fällig werden und der Supergau stünde vor der Tür.

Die Kreditverträge sind ohnehin nur bis zum 15. Mai befristet und eine Verlängerung ohne frisches Kapital oder einer Zwischenfinanzierung durch Dritte erfordert schon einige Anstrengungen durch den AR und Eishold, auch wenn diese "nach ihrem Wissensstand" glauben, dass die Banken an einer langfristigen Zusammenarbeit mit der WIGE interessiert sind."

"Deshalb sieht man auch kein erhöhtes Risiko." (...) sondern vermutlich nur ein normales (...)


Wann wird die Anfechtungsklage, die ja nach Auskunft in der Bilanz überhaupt noch nicht zugestellt sein soll, zurückgenommen?

Der Anfechtungskläger Constantin Medien AG konnte inzwischen alle Aktien verkaufen ( ... ein Schelm, der Böses über die Hintergründe denkt) und dürfte kein Interesse mehr an der Klage haben. Nur arbeitet anscheinend das Kölner Handelsregister mit gewissen Terminvorläufen (von einigen Wochen?), denn die Klage soll überhaupt noch nicht zugestellt sein.

Erst nach der Herabsetzung des Kapitals kann überhaupt der Eintrag einer anschliessende Kapitalerhöhung beantragt werden und erst nach gewissen Fristen die Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Eventuell ein wochenlanger (?) Vorgang; Zeitrahmen völlig offen.

Bleibt die interessante Frage, wer kauft dann überhaupt die Aktien einer WIGE, die bisher (meiner Meinung nach) noch kein schlüssiges Zukunftskonzept vorgelegt hat. Die Zahlenvorstellungen des Vorstandes unterscheiden sich nicht nur gewaltig von den bisherigen Planungsdaten, sondern sprühen vor Zweckoptimismus. Und das sollen die Banken, die natürlich die lDetails kennen, so schlucken?

Branchenkenner halten z.B. u.a. die Aquisition von HD - Aufträgen, die dann zur Durchführung an die Berliner abgegeben werden, für eine Luftnummer. Die Sender buchen direkt und ohne Umweg!

Selbst die hochgelobte ITR mit der DTM wird mit Sicherheit ab 2011 in HD produziert werden. Diesem Standard der Zukunft musste WIGE Ade sagen.

Es spielt meiner Meinung leider in der ganzen Situation überhaupt keine Rolle mehr, wie viele der rund 100 Kleingläubiger incl. der rund 4.408 Mio.EURO Lieferantenverbindlichkeiten (per 31.12.2009) kurzfristig (falls überhaupt) befriedigt werden oder ob sie länger still halten sollen, denn ...

... wenn die Insolvenzverwalter an die Tür klopfen, kann das Thema Anfechtung schnell eine neue Dimension erreichen.

29.04.2010 22:30 Uhr

Bilanzöffentlichung erfolgte gegen 22:00 Uhr !

Am Tag als BMW die Rückkehr in die DTM ab 2012 bekannt gibt, veröffentlicht WIGE die bereits per AdHoc am Vortag angekündigte Bilanz, die einen Schock für die Anleger darstellen dürfte.

Die Verschuldung erreicht einen neuen Höchststand und durch das negative Eigenkapital ist die Firma völlig überschuldet.





Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 4.408 Mio und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.728 Mio.
Über 4.408 Millionen waren am 30.12.2009 die unbezahlten Forderungen der wartenden Gläubiger.

27.04.2010 18:30 Uhr

Vorabveröffentlichung der Jahreszahlen

Man kann AR und Eishold eine Superstrategie nicht absprechen. Der Mann kennt sich aus, wie man eine AG führt.
So erschien bereits heute zwei Tage vor der Bilanz die passende AdHoc zu den Jahreszahlen:




Der Verlust ist mit 6,4 Mio. EUR gewaltig und macht klar, warum das Unternehmen nicht zahlt und dringend auf frisches Kapital angewiesen ist.

Jetzt wird das Ergebnis schon wieder durch Einmalaufwendungen und Abschreibungen belastet.

Hört sich wieder ganz so an, als werden die "GP Masters" der letzten Jahre ausgebucht.

Warten wir auf die Details zum Wochenende.

Wie in den letzten Jahren wurde wieder umstruktriert, Holdingkosten abgebaut und Verwaltung zentralisiert.



Whoow, jetzt besteht eine
"erhöhte Kundennähe"!
Dabei dachte ich bis jetzt, dass eine erhöhte Gläubigernähe besteht.

Äusserst geschickt wird in
keinem Wort auf den nahezu vollständigen Verlust des Grundkapitals eingegangen. Bin gespannt, was die Bilanz dazu hergibt.

Ach ja, die AdHoc - Länge war für viele Plattformen und Publikationen im Internett "dummerweise" zu lang geraten.
Hier der letzte Teil in gesamter Länge mit dem
"letzten Schritt", der bisher nicht erfolgen konnte..


Genau dieser Schritt ist der entscheidene, ob die WIGE irgendwann die Gläubiger befriedigen kann oder ob es dafür nicht schon zu spät ist.



Die Constantin - Medien hat heute bekannt gegeben, dass sie alle Aktien verkauft hat. Wir werden bis spätestens Anfang der Woche erfahren, an wen.

Damit
besteht kein Bedarf mehr für die Anfechtungsklage.

Lassen wir uns über den Käufer nicht überraschen, da offensichtlich hinter den Kulissen und unter Ausschluß der Öffentlichkeit hart über den Preis gefeilscht wurde und jemand den schmale Kaufpreis geleistet hat, um durch die Kapitalmaßnahmen zu verdienen. Hier wird hoch gepokert.

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass die Taktik der Constantin - Medien AG aufgegangen ist, durch eine simple Anfechtung ein Druckpotential auszuüben.

Jetzt ist vermutlich (nach Bezahlung des Aktienkaufpreises) der Weg offen für eine
Rücknahme der Anfechtungsklage und die Kapitalmaßnahmen der WIGE können verspätet fortgesetzt werden. Kompliment an den Finanzvorstand und die Juristen der Constantin, die ihr Paket "günstig" zu entsprechenden Konditionen an den Mann (an die AG) bringen konnten.

Eine Schlappe für Eishold, dass dieses nicht bilanziell einen Niederschlag findet, denn erst die Eintragung im Handelsregister führt -meiner Meinung nach- zu einer Entlastung der Bilanz. Zum Wochenende wissen wir mehr.


22.04.2010 22:30 Uhr

Umsätze der Aktie im Vorfeld der Veröffentlichung der Jahreszahlen





Faszinierend, das hier noch schnell vor Veröffentlichung der Jahreszahlen 2009, deren kastrophale Werte ja bereits publiziert wurden ein schwunghafter Handel eintritt.

An der "Insolvenzanfechtungsfront" ist oberflächlich eine trügerische Ruhe eingekehrt, während intern die Diskussionen auf hohem Gefühlsniveau ungebremst weiterlaufen.

Es gibt anscheinend immer noch genügend freie Mitarbeiter, die tatsächlich am Monatsende ihren Vergleichsscheck erwarten.

Nur wo soll Eishold das Geld hernehmen?

Er hatte selbst bekundet, dass eine Sanierung nur mit der versuchen Kapitalmaßnahme erfolgreich sein kann.

Eh nuh ? ?

Werden sich die Gläubiger auf neue Zahlungsversprechen vertrösten lassen?

Was machen die Banken, die bisher gestundet haben, wenn die neue Bilanz vorliegt?

Wo kommen zusätzliche Sicherheiten her?

Gibt es eventuell noch ein paar Oldtimer oder verborgene Konten für einen Liquiditätsschub?






20.04.2010 06:14 Uhr

Stellungnahme der Rechtsanwältin des Verbandes

Whhow, da ging es in den letzten Tagen ziemlich rund.

Bei RTL lief DSDS aus dem Ruder, in Island legte ein Vulkan den europäischen Flugverkehr lahm und in Deutschland bangen (nicht nur) die freien WIGE -Mitarbeiter um ihre Honoraransprüche für die Arbeit der letzten Monate.

Licht in das Dunkel der Anfechtungsdiskussionen dürfte das nachfolgende Schreiben bringen:


"Sehr geehrter Herr Eishold,

wie bei der Telefonkonferenz am Do. 15.04 vereinbart, wurde sofort der Kontakt mit ihrer Rechtsabteilung hergestellt und mitgeteilt, dass die beratende Rechtsanwältin des Bundesverbandes der Fernsehkameraleute BVFK am Montag wieder erreichbar sei.

Die Rechtsanwältin hat dem Verband gegenüber, wie folgt Stellung genommen:
"Zunächst besteht ein generelles Risiko, die Rechtsgeschäfte mit der WIGE rechtlich als Bargeschäfte im Sinne der Insolvenzordnung einzuordnen darin, dass als Bargeschäft nur solche Vereinbarungen gelten können, die maximal innerhalb von 4 Wochen vergütet werden. Sollte die Zahlung durch WIGE später erfolgen (und das hat die WIGE ja selbst in der Hand), liegt kein Bargeschäft mehr vor, so dass die ganz "normalen" Anfechtungstatbestände der Insolvenzordnung zur Anwendung kommen.

Falsch ist des Weiteren die Behauptung der WIGE, Bargeschäfte unterlägen grundsätzlich nicht der Insolvenzanfechtung. Der hier einschlägige § 142 InsO bestimmt, dass auch Bargeschäfte dann anfechtbar sind, wenn die Voraussetzungen des § 133 Abs. 1 InsO vorliegen. Diese Voraussetzungen sind im Wesentlichen zum einen die Gläubigerbenachteiligungsabsicht, die bei der WIGE vorliegen müsste, d.h. die WIGE müsste Sie und Ihre Kollegen gerade in der Absicht bezahlen, andere Gläubiger zu benachteiligen, zum zweiten müssten Sie diese Absicht kennen. Hierfür reicht nicht aus, dass Sie Kenntnis von weiteren, älteren Verbindlichkeiten der WIGE gegenüber anderen Gläubigern haben.

Ausreichend ist dabei, dass der Schuldner (WIGE) die Gläubigerbenachteiligung billigend in Kauf nimmt, so, wenn er erkennt, dass der erstrebte Vorteil auf Kosten von Gläubigern geht.

Nach unserer Auffassung liegt hier aber eine Besonderheit vor derart, dass ohne Ihre Tätigkeit für die WIGE es gar keine Einkommen für die WIGE gäbe, so dass diese auch kein Geld hätte, Altgläubiger zu bezahlen; vor diesem Hintergrund liegt u.E. keine Vorteilserlangung auf Kosten alter Gläubiger vor.

Außerdem muss der Insolvenzverwalter, sollte er in einem sich anschließenden Insolvenzverfahren die Zahlungen an Sie und Ihre Kollegen anfechten, die Gläubigerbenachteiligungsabsicht der WIGE und Ihre Kenntnis dieser Absicht beweisen, was wir ebenfalls für problematisch halten.

Risikolos ist jedoch die Annahme des Angebots der WIGE (s. deren Schreiben bzgl. Bezahlung der DTM Produktionen) auch aus unserer Sicht nicht, wie dargelegt.

Ich hoffe, mit diesen Angaben gedient zu haben und verbleibe (...)
mit freundlichen Grüßen"


Das Schreiben bestätigt meine Auffassung, dass die Behauptung der WIGE schlicht falsch ist. Bleiben also zwei Punkte offen. Normale Geschäfte und Bezahlungen unterliegen der 3monatigen Anfechtungsproblematik. "Bargeschäfte", wie sie von WIGE gerne gesehen werden, unterliegen der Anfechtungsfrist von 10 Jahren, wenn der Vorsatz der Gläubigerbenachteiligung im Spiel ist.

Entgegen der Auffassung der Rechtsanwältin, bekundet die WIGE meiner Ansicht nach in ihren Darstellungen die Absicht (Vorsatz) der eventuellen Gläubigerbenachteiligung. Hierbei ist anscheinend die Kernfrage, ob WIGE einige Gläubiger bezahlt, um dadurch andere vorsätzlich zu benachteiligen.
Ich sehe dieses laienhaft dadurch gegeben, dass WIGE nur den Freien Honorare verspricht, "die bei der Stange bleiben." Im Umkehrschluss werden die Anderen, die keine Zahlung erhalten, benachteiligt, weil eine eventuelle Insovenzmasse durch die Zahlungen (die allen zustehen) geschmälert wird.

Das mag letztendlich nur ein Insolvenzverwalter klären.

Mal sehen, wie lange der Vulkan noch weiter brodelt .....

17.04.2010 07:14 Uhr

Produktionssicherheit der DTM

Da musste ein Großteil des Kreativteams der DTM erst einmal Luft holen ...

diese eMail kam nach der Telefonkonferenz. Die andiskutierte Stellungnahme durch
einen versierten Fachanwalt am Montag dauert der WIGE zu lange. Man möchte anscheinend Nägel mit Köpfen machen.

"im Nachgang zu unser heutigen Telefonkonferenz, möchten wir die Verunsicherungen und Gerüchte der letzten Wochen und Monate mit dem angehängten Statement unserer Rechtsabteilung aus dem Weg räumen.

Wir als WIGE MEDIA AG haben unsere Umstrukturierungsarbeiten abgeschlossen und sind somit auf dem richtigen Weg.

Um die
Produktionssicherheit besonders für das erste Rennen gewährleisten zu können, bitte ich euch - auch im Namen von Stefan Eishold, unter Berücksichtigung des angehängten Schreibens - mir bis MORGEN, Freitag 16. April 2010, 09.00 Uhr eine definitive Zusage zukommen zu lassen."

Warum nimmt man nicht Rücksicht darauf, dass das Kreativpotential der DTM nach den anscheinend gemachten Erfahrungen einfach nur eine Rechtssicherheit haben will, dass man nicht umsonst arbeitet?

Die Lösung wäre doch so einfach gewesen, wenn die Beauftragung des Funktionspersonals durch die ITR erfolgt wäre. Thomas Strobl hätte sein Dreamteam und die besten Kreativen würden die beste Rennserie der Welt zunächst einmal mit WIGE produzieren.

Jetzt sieht es so aus, dass sich zumindest einige Kreative
nicht "drängeln" lassen und auf jeden Fall abwarten bzw. schon abgesagt haben.

Zwar hat die WIGE ihre
Umstrukturierungsarbeiten abgeschlossen undbefindet sich auf dem richtigen Weg.

Nur wohin führt dieser Weg? Der HD-Bereich wurde sang- und klanglos eingestellt, das Funktionspersonal entlassen und der HD-Wagen parkt jetzt in Adlershof. No more HD-Veranstaltungen, wie die meisten Fussballspiele, Boxveranstaltungen und Unterhaltungssendungen.

Was in erster Linie noch bleibt, ist die Erfüllung der Motorsportverträge, die aber anscheinend in den letzten Jahren nur defizitär waren. Was passiert eigentlich, wenn die ARD den Sportnachmittag unter Druck der Öffentlichkeit auf HD umstellen muß und damit dem ZDF folgt? Das soll der richtige Weg für die WIGE sein?

16.04.2010 09:42 Uhr * aktualisiert 20:30 Uhr * Update: 18.4.2010. 18:12 Uhr

WIGE und die BARGESCHÄFTE
Interessant, wie die Juristen
(nicht die Kölner Rechtsanwälte !) von WIGE die Insolvenzordnung auslegen ....

Ein interessanter Rundbrief von Vorstand Eishold und Generalbevollmächtigten Technik und Entwicklung Vees sorgt für Kopfschütteln und zeigt neben deutlichen Anzeichen von Wiederholungen interessante Rechtsauffassungen. Es hat den Anschein, dass diesmal die Kölner Rechtsanwälte außen vor gelassen wurden .... denn kein Rechtsanwalt würde vermutliche solche Erklärungen abgeben. Aber WIGE kämpft mit allen Mitteln, wie wir aus der Vergangenheit wissen. Man nimmt es halt ohnehin nicht so genau mit Erklärungen, AdHocs und Bilanzen ....

Liebe Kollegen,

es herrscht offensichtlich noch viel Unruhe und Verunsicherung in Bezug auf die WIGE MEDIA AG. Im Zuge unserer Sanierungsarbeiten haben wir viele von Euch gebeten, uns bei der Arbeit zu unterstützen und uns einen Teil der aufgelaufenen Altforderungen für einige Zeit zu stunden.

Es sollte nicht nur gestundet werden, sondern rund 100 Betroffene haben auch auf 30% ihrer Forderung verzichtet, um Ende April eine 50% Zahlung zu bekommen. Diese ist derzeit mehr als fraglich, da das avisierte Geld aus einer Kapitalmaßnahme herkommen sollte, die durch die Anfechtungsklage der Constantin auf Monate hinaus blockiert ist.

Wir freuen uns sehr, wie viele positive und konstruktive Antworten wir dazu bekommen haben und wissen sehr zu schätzen, was wir an Euch haben. Das ist nicht selbstverständlich! Klar ist für uns auch, dass wir alle zukünftigen Produktionen fristgerecht an Euch bezahlen werden. Bitte habt aber dafür Verständnis, dass Vorabzahlungen nicht möglich sind.

Bis hierher kennen wir den Textbaustein bereits vom 29. Januar. Hier hat die Kreativabteilung den gleichen Textbaustein genommen. Jetzt wird in der Branche darüber gerätselt, ob es ein Anderkonto geben soll, auf das u.a. die Zahlungen der ITR gehen. Schön übersichtlich für die Buchhaltung, aber selbst ein Notoranderkonto hätte bei einer Insolvenz keinen Bestandsschutz!

Wir haben in dieser Sache intensiv mit unserem Kunden ITR die Situation besprochen und erleben auch von deren Seite große Unterstützung. Wir werden Eure Gagen für die jeweiligen DTM Produktionen innerhalb von 14 Tagen nach Zahlungseingang seitens der ITR bezahlen. Daran lassen wir uns gerne messen!

Es gibt darüber hinaus noch Falschinformationen was die Rückforderung von Gagen für den Fall einer Insolvenz angeht, auf die wir hier kurz eingehen möchten. Zunächst sei noch einmal betont, dass wir die WIGE gerade deshalb so schnell und zielstrebig umstrukturiert haben, um genau dieses Szenario zu vermeiden. Unabhängig davon handelt es sich nach unserer Auffassung bei Fällen, in denen die Leistung der WIGE in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Gegenleistung der freien Mitarbeiter steht und die Bezahlung angemessen ist, um ein sog. Bargeschäft.


Eine hochinteressante hochbrisante Definition mit vier Kernpunkten:

WIGE bewertet Dienstleistungen in einem "1. engen zeitlichen Zusammenhang" bei "2. angemessener Bezahlung" als sogenannte "3. Bargeschäfte". Nicht erwähnt wurde "4. Maßgeblichkeit der Parteivereinbarung"

1.) Die Annahme eines Bargeschäftes erfordert, dass eine gleichwertige Gegenleistung unmittelbar in das Vermögen des Schuldners gelangt. Neben der sachlichen Verknüpfung von Leistung und Gegenleistung müssen beide in einem engen zeitlichen Zusammenhang stehen. Das RG verlangte für die Annahme eines Bargeschäftes zunächst einen Leistungsaustausch Zug um Zug. (...) Kein Bargeschäft liegt vor, wenn dem Schuldner für seine Leistung ein Zahlungsaufschub gewährt worden ist. (...)

2.) Für die Bewertung von Dienstleistungen, welche dem späteren Schuldner erbracht wurden, ist die Aussage, eine Gläubigerbenachteiligung scheide aus, wenn eine gleichwertige Gegenleistung in das Vermögen des Schuldner fließe, nur bedingt tauglich. Die Dienstleistung an sich ist kaum einer Verwertung der Gläuigergesamtheit zugänglich. (...)

3.) Unter "Bargeschäften im Sinne des § 142 versteht der Gesetzgeber nicht nur Barzahlungen, sondern auch Überweisungen und Scheckzahlungen.

4.) Es muß eine vertragliche Verknüpfung zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegen. (...) Ohne den Charakter einer Barabdeckung zu gefährden, können die Vertragspartner den Inhalt bis zu dem Zeitpunkt abändern, in dem ein Vertragsteil die ihm obliegenden Verpflichtungen erfüllt hat. (...) Nach diesem Zeitpunkt führt eine Abänderung der Erfüllungsmodalitäten zum Verlust des Privileges der (kongrueneten) Bardeckung. (...)

Hier kommt man ins Grübeln, ob die Dienstleistungen der Freien überhaupt Bargeschäfte sind. Fast immer wird ein Zahlungsaufschub gewährt. Keineswegs erfolgt eine Bezahlung "Zug um Zug". Fast immer liefern die Freien Ihre Leistung, erfüllen ihre Pflichten und fast immer werden die Erfüllungsmodalitäten ( = nach meiner Ansicht die Bezahlung) abgeändert.

Völlig unklar, warum die WIGE jetzt das "Bargeschäft" überhaupt ins Spiel bringt. Bisher gab es (meiner Meinung nach) eine mögliche Anfechtungsfrist von 3 Monaten. Bei Bargeschäften mit "vorsätzlicher Benachteiligung" haben wir plötzlich 10 Jahre nach Kenntnis (...)

Ein Bargeschäft unterliegt grundsätzlich nicht der Insolvenzanfechtung und somit wären die bezahlten Gagen an Euch auch nicht der Gefahr einer Rückforderung ausgesetzt.

Mutig, mutig die Sache mit der "Grundsätzlichkeit". Dumm nur, dass es leider im Gesetz etwas anders steht und meiner Meinung nach von WIGE nicht ganz korrekt wiedergegeben wird. Denn wir sind uns doch darüber einig, dass eventuell einige Gläubiger bei Bargeschäften vorsätzlich benachteilt werden könnten. ... und schon greift die Anfechtung (...).

§ 142 InsO
Bargeschäft

Eine Leistung des Schuldners, für die unmittelbar eine gleichwertige Gegenleistung in sein Vermögen gelangt, ist nur anfechtbar, wenn die Voraussetzungen des § 133 Abs. 1 gegeben sind.


(...) und genau darin liegt das Problem, denn der § 133 öffnet sehr wohl ein Fenster für die Anfechtung (...)

§ 133 InsO
Vorsätzliche Benachteiligung
(1) Anfechtbar ist eine Rechtshandlung, die der Schuldner in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag mit dem Vorsatz, seine Gläubiger zu benachteiligen, vorgenommen hat, wenn der andere Teil zur Zeit der Handlung den Vorsatz des Schuldners kannte. Diese Kenntnis wird vermutet, wenn der andere Teil wußte, daß die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners drohte und daß die Handlung die Gläubiger benachteiligte.

Auch hierzu ein paar persönliche private Anmerkungen:
Der Benachteiligungsvorsatz muss bejahrt werden, wenn die Benachteiligung der Gläubiger vom Schuldner als Erfolg seines Handelns gewollt war (dolus drectus). Es genügt aber bereits dolus eventualis. Das bedeutet positiv formuliert: Hat die WIGE die Benachteiligung in Kauf genommen, ohne sich durch diese Vorstellung von ihrem Vorhaben abhalten zu lassen, sind die Voraussetzungen des Benachteiligungsvorsatzes grundsätzlich gegeben. (...) Es genügt, wenn der Anfechtungsgegener (Insolvenzverwalter) Kenntnis vom Gläubigerbenachteiligungsvorsatz gehabt hat. (...)

Unter diesen Voraussetzungen sind auch Bargeschäfte grundsätzlich wegen vorsätzlicher Benachteiligung anfechtbar. (...) Gerade eine bewusste und erkannte Bevorzugung einzelner Gläubiger soll durch die Absichtsanfechtung vermieden werden. (...)

Wie soll man es denn bewerten, wenn die WIGE eine Zahlung für die DTM-Kreativen innerhalb von 14 Tagen in Aussicht stellt, aber weitere 100 Gläubiger weiter auf Ihr ausstehendes Honorar warten, dass Ende April vermutlich nicht gezahlt werden kann? Ich persönlich bezeichne das laienhaft als angekündigte vorsätzliche Benachteiligung im Sinne des § 133 InsO und halte die angekündigten Bargeschäfte daher grundsätzlich für anfechtbar.

Aus der Rechtsprechung:

(...) kann stets angefochten werden, wenn die Handlung im letzten Monat vor Eröffnungsantrag erfolgte oder innerhalb der letzten drei Monate, falls der Schuldner zu diesem Zeitpunkt objektiv zahlungsunfähig ist. (...) Das gilt erst recht bei der Absichtsanfechtung, wenn der Schuldner in Gläubigerbenachteiligungsabsicht handelt und der dadurch Begünstigte den Vorsatz des Schuldners kannte; in diesem Fall wird der anfechtbare Zeitraum auf zehn Jahre vor Verfahrenseröffnung ausgedehnt (§133 InsO).

Durch die präzisen Angaben in der eMail der WIGE könnte bei einem Irrtum der WIGE-Rechtsabteilung eventuell ein weiteres Problem auftreten:

Wenn z.B. ein Schuldner verschiedene freie Mitarbeiter bevorzugt honoriert (bezahlt) und dabei andere freie Mitarbeiter benachteiligt (nicht bezahlt), so kennen die Zahlungsempfänger (Begünstigten) den Vorsatz des Schuldners, auch wenn dieser meint, es könnten ja alles "unanfechtbare Bargeschäfte" sein und man brauche sich "keine Sorgen machen, dass die bezahlten Gagen der Gefahr einer Rückforderung ausgesetzt sind".

Dumm nur, dass vermutlich formaljuristisch durch eine mögliche Anfechtung des "Bargeschäftes" durch eine solche Handhabung der anfechtbare Zeitraum direkt auf 10 Jahre ausgedehnt werden kann.

Wir würden uns freuen, wenn Euch die oben geschilderten Sachverhalte und Erläuterungen dazu bewegen könnten, auch weiterhin gemeinsam eine qualitativ hervorragende DTM Saison in Angriff zu nehmen. Wir sind uns jedenfalls sicher, dass wir das gemeinsam schaffen werden und möchten uns noch einmal für Euer großes Verständnis und Eure konstruktive Mitarbeit bedanken.

Unterschrift


Sorry, aber ich bleibe bei meiner persönlichen Meinung, dass Bargeschäfte also anscheinend sehr wohl im Sinne des § 142 InsO anfechtbar sind, wenn die Voraussetzungen des § 133 InsO vorliegen.

Dieses insbesondere deshalb, weil die WIGE die drohende Zahlungsunfähigkeit bisher stets selbst dokumentiert und publiziert hat und an dieser Stelle nunmehr auch die mögliche vorsätzliche Benachteiligung durch Bargeschäfte früh genug ankündigt ...

Fazit: Mit diesem Rundschreiben versucht (meiner Meinung nach) die "Rechtsabteilung der WIGE-MEDIA AG" eine trügerische Sicherheit zu verbreiten, um die Freien bei der Stange zu halten.

Als ernsthafte (neutrale) Entscheidungshilfe für die Kreativen kann das Eishold-Schreiben nach den geschilderten Bedenken nur schwer gewertet werden.

Am Montag wird eine Stellungnahme der Rechtsanwältin des Verbandes der Freien erwartet, die entweder der WIGE zustimmt oder schnell einen Supergau auslösen kann. Bemerkenswert, dass die WIGE die Freien zu einer schnellen Zusage drängelt und die Beurteilung durch eine Rechtsanwältin nicht abwarten möchte.

16.04.2010 07:30 Uhr

Priviligierten Freien werden zur Entscheidung für die DTM gedrängt

In einer konstruktiven Telefonkonferenz mit rund 10 Teilnehmern wurde deutlich, dass die für die DTM dringend "notwendigen Spezialisten" ohne feste Zusage vermutlich ihren Job nicht antreten werden. Die Priviligierten werden inzwischen durch die Fachanwältin des BVFK beraten und diese schliesst anscheinend die Möglichkeiten der Anfechtung nicht aus.

Eishold sieht es naturgemäß völlig anders:

(...) wir gehen ja nun wirklich weite Wege in dem Bemühen Sie und Ihre Kollegen zu überzeugen. Sogar so weit, dass wir uns grosse Mühe geben uns gegen eine aus unserer Sicht unrichtige Schlussfolgerung aus einem unwahrscheinlichen Szenario zu verteidigen.

Dabei hatten wir nun in dem durchaus konstruktiven Telefongespräch zusätzlich angeboten, dass unsere Juristen und Ihre Juristin HEUTE zu diesem Thema in Kontakt treten, um das zu klären. Ich hatte in dem Gespräch daraufhin gewiesen, dass wir dringend eine Entscheidung von Ihnen benötigen. Das ist Ihnen ja auch klar, wenn in wenigen Tagen die Produktion beginnt.

(Auszug aus dem Gästebuch)

(...) die unrichtige Schlussfolgerung der Anfechtung und das unwahrscheinliche Szenario ergibt sich doch zwangsweise aus den Vorstandsausführungen und den Meinungen der Experten nach der Hauptversammlung (...)

Es geht schon an die Schmerzgrenze, wenn die WIGE nunmehr §§ der Insolvenzordnung zitiert. So werden mögliche "Bargeschäfte" im Sinnes des § 142 InSo diskutiert. Klingt zunächst einmal gut, wenn die "Priviligierten" "Bargeschäfte" erhalten sollen. Was sagt der § 142 im Detail?

§ 142
Bargeschäft

Eine Leistung des Schuldners, für die unmittelbar eine gleichwertige Gegenleistung in sein Vermögen gelangt, ist nur anfechtbar, wenn die Voraussetzungen des § 133 Abs. 1 gegeben sind.

(...) und genau darin liegt das Problem (...)

§ 133
Vorsätzliche Benachteiligung
(1) Anfechtbar ist eine Rechtshandlung, die der Schuldner in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag mit dem Vorsatz, seine Gläubiger zu benachteiligen, vorgenommen hat, wenn der andere Teil zur Zeit der Handlung den Vorsatz des Schuldners kannte. Diese Kenntnis wird vermutet, wenn der andere Teil wußte, daß die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners drohte und daß die Handlung die Gläubiger benachteiligte.

Natürlich können durch solche eventuelle "Bargeschäfte" mit den Priviligierten andere von den über 100 wartenden und noch still haltenden Kreditoren (so Eishold auf der HV) benachteiligt werden. Keiner der Priviligierten kann sich damit rausreden, dass er von nichts wusste, Spätestens seit dem Anwaltschreiben mit den Vergleichsvorschlägen ist die Situation allen Beteiligten bekannt. Somit stellt (meiner Meinung nach) selbst ein Bargeschäft, eine Überweisung oder eine Cashzahlung vor Ort nicht unbedingt sicher, dass diesse Rechtshandlung (Bargeschäft nach § 142) nicht angefochten werden kann.

Bemerkenswert. wie der Vorstand sich bemüht (grosse Mühe gibt ...), die Priviligierten für die in 14 Tagen beginnende DTM zu rekrutieren. Was machen eigentlich die anderen verbliebenden Freien, von denen rund 100 auf die zugesagte Zahlung Ende des Monats warten?

15.04.2010 10:30 Uhr

14 Uhr Telefonkonferenz mit Eishold angekündigt
Telefone glühen schon den ganzen Morgen

Mit Spannung erwarten die freien Kameraleute um 14:00 Uhr eine Telefonkonferenz mit dem Vorstandsvorsitzenden.

Es hat sich inzwischen längst rumgesprochen und am letzten Wochenende wieder einmal bewiesen, dass Ersatzkameraleute im Motorsport nicht immer das Gelbe vom Ei sind. Natürlich kann man jede Veranstaltung mit immer weniger Kameras bestücken, jedoch braucht man gerade dann die erfahrenen Kameraspezialisten und die weigern sich derzeit anscheinend,
ohne Bezahltgarantie zu arbeiten.
Wer kann es verdenken ?

Man darf gespannt sein, wie Eishold die Freien motivieren will, die Ende April die "Vergleichszahlung" bekommen sollten. Dieses dürfte nach dem aktuellen Stand mangels Kapitalerhöhung (wer hätte denn eigentlich die Aktien gekauft? Geishecker? Eishold?) in den Sternen stehen.

Die jetzt viel diskutierte Möglichkeit "dann soll doch Eishold oder Geishecker eine persönliche verbriefte Zahlungsgarantie geben" dürfte
ziemlich illusorisch sein. Keiner trennt sich gerne von seinen Millionen. Also werden vermutlich wieder Versprechungen, versteckte freundliche Zukunftsperspektiven mit dezenten Hinweisen (wie in dem Anwaltsschreiben)

(...) Unsere Mandantin ist selbstverständlich klar, dass diese Abrede ein erhebliches Entgegenkommen ihrerseits bedeutet. Jedoch ist im Hinblick auf die mögliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage unserer Mandantin die angebotene Lösung eine solche, welche weit über zu erwartenden Quoten liegt, sofern das Entgegenkommen der Gläubiger verweigert würde. (...)

dazu führen müssen, dass die Gläubiger (Kameraleute) einer bewährten Truppe die DTM - Übertragungen in die Hand nimmt.

Nur bleibt die Frage, ob sich die Freien nach all den bisherigen Versprechungen (siehe Gästebuch) darauf einlassen werden. Insbesondere ist auch die Problematik der Anfechtungsklage durch einen eventuellen Insolvenzverwalter nicht vom Tisch.

Bei den Eishockeyproduktionen der WIGE ist man inzwischen weiter: Hier erfolgt Buchung und Abrechnung der Kameraleute über UCOM. Ein Modell, bei dem eine Anfechtungsklage ins Leere laufen würde.

Wer übernimmt denn sonst die finanzielle Garantie, wenn selbst die Wirtschaftsfachleute starke Zweifel haben ?

Rechtsanwalt Heise als DSW Vertreter auf der Hauptversammlung: (...) "Ohne die Kapitalerhöhung hat die WIGE-MEDIA keine Zukunft" Im Gegenteil sah der AG nicht mehr weit von der Insolvenz entfernt, nachdem das Eigenkapital der AG negativ war und nur durch die Ergebnisse der Tochterunternehmen positiv dargestellt werden konnte. Den Kapitalschnitt sah der Aktionärsschützer angesichts der desolaten Situation als zwingend notwendig an. (...) Mit Sorge hatte Heise vernommen, dass ein Aktionär (Constantin Medien AG) Widerspruch zu Protokoll gegeben hatte. Damit verzögere sich die Eintragung im mindestens 4 Wochen und er befürchte, dass es dann zu spät für das Unternehmen sein könne (...)

Heute nachmittag wissen wir vermutlich mehr ....

14.04.2010 07:55 Uhr

Gerüchteküche schlägt Wellen

In den letzten Tagen überschlagen sich wieder einmal die Gerüchte und Vermutungen, was als nächstes passieren wird. Es ist schwer, hier den Nebel zu durchdringen, zumal ich persönlich viel davon für gezielt gestreut halte. Offensichtlich gibt es inzwischen eine effektive Medienarbeit in der Selbstdarstellung.

Bleiben wir doch einfach bei den bekannten Fakten:

Mehr als 100 Kreditoren (u.a. freie Mitarbeiter etc.) haben Stundungsvereinbarungen bis April getroffen, weil Eishold bis dahin frisches Kapital durch Verkauf von Aktien erwartet. Die Banken unterstützen das Unternehmen derzeit durch Stundungen. Verzichtsvereinbarungen konnten allerdings mit den Banken nicht getroffen werden. (Info aus der Hauptversammlung)

• Über 100 Kreditoren (so Eishold) erwarten Ende April Zahlungen, die durch "frisches Kapital" gedeckt sein sollten
• im Augenblick ist allerdings nicht erkennbar, woher die WIGE überhaupt frisches Kapital hernehmen möchte
• Unklar ist auch, wie sich die Banken nach Kenntnis der Anfechtungsklage verhalten, die bisher durch Stundungen das Unternehmen gestützt haben
• Frisches Kapital durch den Verkauf von Aktien ist nicht zu erwarten, da die Kapitalmaßnahmen durch die Anfechtungsklage blockiert sind

• Ende des Monats müsste eigentlich fristgerecht der Jahresabschussbericht 2009 erscheinen, der eventuell viel Zündstoff enthalten könnte.
• Spannend wird hier wieder einmal die Position "
noch nicht fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen"
• Hier wurden bereits in der Vergangenheit (meiner persönlichen Meinung nach) z.B. bei den GP Masters die Bilanzen geschickt modifiziert
• Wie wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das diesmal beurteilen ?

08.04.2010 06:32 Uhr

"Will Constantin die WIGE in die Insolvenz schicken?"

... so der Beitrag in einem Börsenforum.

Meine persönliche Meinung dazu: Könnte man fast glauben (...)

06.04.2010 10:00 Uhr

AdHoc wurde geschickt formuliert

Kompliment an den Vorstand. Die Finanz-Ticker bringen die Überschrift "Sanierungsprogramm schreitet voran". Keine Details warum und wer die Anfechtungsklage eingereicht hat. Vor allen Dingen kein Wort darüber, welche Auswirkungen damit verbunden sind, dass die dringend notwendige Bilanzsanierung nun erst einmal nicht stattfindet und wir vermutlich 2009er Zahlen Ende des Monats erhalten, die vermutlich auf eine bilanzielle Überschuldung schliessen lassen.

Hierzu ganz einfach die aktuellen Fakten:

Bei juristischen Personen ist neben der Zahlungsunfähigkeit und der drohenden Zahlungsunfähigkeit außerdem die Überschuldung ein Insolvenzgrund.

Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, seine derzeit fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Das ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Nur vorübergehende Zahlungsunfähigkeit ist dagegen kein Insolvenzgrund.

Sie liegt vor, wenn zwar am Tag der Fälligkeit der Forderung keine Mittel zur Bezahlung zur Verfügung stehen, dieser Zustand aber entweder direkt durch die Beschaffung etwa eines Bankkredites oder Stundung von Forderungen geändert werden kann oder für die allernächste Zeit (maximal 4 Wochen) ein Zahlungseingang zu erwarten ist, aus dem die Forderung beglichen werden kann. Der Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen.

Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, also wenn in der Bilanz die Passiva die Aktiva über­steigen.

01.04.2010 18:34 Uhr

AdHoc nach Börsenschluss "Sanierungsprogramm schreitet voran"

Beispiel für eine geschickte nichtssagende AdHoc oder ist es doch nur ein Aprilscherz? mit meinem Kommentar

Mit einer interessanten Überschrift ging es soeben über die Medienticker:

"Sanierungsprogramm schreitet voran." .. vermutlich in Richtung Abgrund, denn tatsächlich sind die Sanierungsbemühungen durch die Anfechtungsklage auf Eis(hold) gelegt, nichts schreitet voran, aber "Vorstand und AR arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung."

Erstaunlich allerdings, warum diese AdHoc erst jetzt zum Osterwochenende kommt, obwohl die Anfechtungsklage bereits selbst mir seit einiger Zeit bekannt ist. Allerdings hat es WIGE mit den AdHocs ohnehin nicht .....

Köln, 1. April 2010: Der Vorstand der WIGE MEDIA AG (ISIN: DE0006347701; WKN: 634770) hat in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Aufsichtsrat in den letzten Monaten eine Reihe der angekündigten Maßnahmen im Rahmen des Sanierungskonzeptes umgesetzt. So konnten die internen Umstrukturierungen im März abgeschlossen werden. Neben dem deutlichen Abbau der Holdingkosten, der Zentralisierung klassischer Verwaltungsaufgaben, der Verbesserung der internen Ablaufprozesse mussten auch deutliche Headcount*-Reduzierungen vorgenommen werden. Im Rahmen des ab kommenden Montag beginnenden Sozialplans wurden die Mitarbeiter im Konzern um weitere 27 auf 148 Mitarbeiter reduziert. Parallel wurden die operativen Einheiten in neue Geschäftsbereiche gegliedert. So sind die bisherigen drei Segmente Television, Communication und Event in fünf klar voneinander getrennte operative Bereiche Performance, Event, Redaktion, TV-Vermarktung und Außenübertragung reorganisiert worden. Durch den Aufbau bereichsspezifischer Kompetenzen konnten durch eine erhöhte Kundennähe bereits erste Neuaufträge akquiriert werden. Nach ersten Einschätzungen werden die fünf Segmente im Geschäftsverlauf des Jahres 2010 profitabel operieren können.

*Headcount = actual number of individuals carried on a firm´s payroll
*Headcount-Reduzierung = Entlassung von fest angestellen Mitarbeitern

Eisi Eishold (Eigendarstellung: Harvard Absolvent (Jahrgang 1964) Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Leitung von renommierten, börsennotierten Unternehmen, insbesondere auch in der Medienbranche, verfügt Herr Eishold über ein hohes Maß an Branchenkompetenz und Kapitalmarkt Know-how.) setzt konsequent seine Pläne um und entläßt (wie bereits Ende November angekündigt) weitere 27 Mitarbeiter.

Weiterhin wurde im Rahmen der Prüfung von nationalen Partnerschaften eine Kooperationsvereinbarung zwischen der WIGE Media AG und der Studio Berlin Adlershof (SBA) GmbH, einer Tochtergesellschaft der Studio Hamburg Berlin Brandenburg GmbH, geschlossen. Ziel der Kooperation ist die Erreichung einer höheren Durchschnittsauslastung über die Bündelung der gemeinsamen HD Kapazitäten. Zur gemeinsamen Zielerreichung wurde der Übertragungswagen HD 1 der WIGE Media AG an die SBA veräußert. Gleichzeitig wird WIGE durch die Kooperation mit SBA in die Lage versetzt, Ihren Kunden auch weiterhin hochwertige HD-Produktionen anzubieten.

Liest sich irgendwie beeindruckend. Dumm nur, dass WIGE überhaupt keine eigenen HD-Kapazitäten mehr hat. Warum sollte also z.B. eine TV-Anstalt über den Umweg bei WIGE buchen, wenn man doch auch direkt beim SBA buchen kann? Dieses besonders deshalb, weil die Spezialisten für das Fahrezug ohnehin vom SBA kommen. WIGE hatte bereits damals beim Verkauf der WIGE-DATA lautstark die Zusammenarbeit mit SWISS-Timing als Verbleib in dem Marktsegment DATA-Handling verkündet. Danach hat es anscheinend nicht eine gemeinsame Veranstaltung gegeben. Soviel zu Kooperationsverträgen unter Mitbewerbern. ....

Das Gesamtsanierungskonzept der WIGE MEDIA AG sieht auch die Verbesserung der Kapitalstruktur sowie die Beschaffung von zusätzlicher Liquidität vor. Diese Liquidität soll durch eine Barkapitalerhöhung nach einer vollzogenen Kapitalherabsetzung erfolgen. Ziel dieser Kapitalmaßnahme ist eine deutliche Bilanzstärkung und eine damit verbundene Schaffung neuen bilanziellen Handlungsspielraums.

Das Gesamtsanierungskonzept der WIGE-MEDIA AG darf man getrost bereits jetzt als vorläufig gescheitert bezeichnen.

Am 10. Februar 2010 hat die Hauptversammlung der WIGE Media AG u. a. eine Kapitalherabsetzung sowie eine anschließende Kapitalerhöhung beschlossen. Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung der WIGE Media AG vom 10. Februar 2010 wurde mit Schriftsatz vom 10. März 2010 Anfechtungsklage erhoben. Die Anfechtungsklage steht derzeit der Eintragung der Beschlüsse der Hauptversammlung in das Handelsregister entgegen. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um die geplante Bilanzstärkung umsetzen zu können.

Eine hübsche Formulierung, wobei der "Hochdruck für eine Lösung, um die geplante Bilanzstärkung umsetzen zu können" ein datumsgenauer Aprilscherz ist. Ohne Gerichtsurteil keine Bilanzstärkung und ohne Bilanzstärkung sehen Experten "keine Zukunft".

Rechtsanwalt Heise als DSW Vertreter bei der Hauptversammlung: (...) "Ohne die Kapitalerhöhung hat die WIGE-MEDIA keine Zukunft" Im Gegenteil sah der AG nicht mehr weit von der Insolvenz entfernt, nachdem das Eigenkapital der AG negativ war und nur durch die Ergebnisse der Tochterunternehmen positiv dargestellt werden konnte. Den Kapitalschnitt sah der Aktionärsschützer angesichts der desolaten Situation als zwingend notwendig an. (...) Mit Sorge hatte Heise vernommen, dass ein Aktionär (Constantin Medien AG) Widerspruch zu Protokoll gegeben hatte. Damit verzögere sich die Eintragung im mindestens 4 Wochen und er befürchte, dass es dann zu spät für das Unternehmen sein könne (...)

Vor Gericht funktioniert es so schnell nun einmal nicht und wir werden über die Termine in den nächsten Monaten, Jahren noch viel zu berichten haben.

Das Gesamtsanierungskonzept der WIGE-MEDIA AG steht nach Eisholds Angaben auf wackeligen Füssen und beschert Harvard Absolvent Eishold mit seinen 46 Jahren unruhige Nächte.

Vermutlich wird man ihn in naher Zukunft öfters in seinem WIGE - Büro in Köln, statt in München bei seiner ARCUS Capital AG antreffen.

01.04.2010 12:00 Uhr

Wie geht es nach Einreichung der Anfechtungsklage weiter

Bereits aus dem Bericht über die Hauptversammlung am Nürburgring und die verschiedenen Aussagen ergibt sich ein deutliches Bild:

Eishold: "(...) schrieb die Gesellschaft dennoch durchgängig Verluste und im Jahr 2009 hat sich die Sizuation nun nochmals dramatisch verschlechtert. Auf Basis der vorläufigen Zahlen weist die Gesellschaft nach HGB einen Fehlbetrag von enormen 5.4 Mio aus. (...) Zum 31.12.2009 notierte das Eigenkapital nach vorläufigen Zahlen in der AG selbst mit minus 192 TEuro sogar im Minus. (...) der Kapitalschnitt ist zwingend erforderlich, um die Bilanzrelationen wieder ins Lot zu bringen. (...)

Nur durch die anschliessende Kapitalerhöhung könne nach Meinung des Vorstandes die Sanierung zum Abschluss gebracht werden um die neue WIGE-MEDIA am Markt zu etablieren. (...)

Rechtsanwalt Heise als DSW Vertreter: (...) "Ohne die Kapitalerhöhung hat die WIGE-MEDIA keine Zukunft" Im Gegenteil sah der AG nicht mehr weit von der Insolvenz entfernt, nachdem das Eigenkapital der AG negativ war und nur durch die Ergebnisse der Tochterunternehmen positiv dargestellt werden konnte. Den Kapitalschnitt sah der Aktionärsschützer angesichts der desolaten Situation als zwingend notwendig an. (...)

Mit Sorge hatte Heise vernommen, dass ein Aktionär (Constantin Medien AG) Widerspruch zu Protokoll gegeben hatte. Damit verzögere sich die Eintragung im mindestens 4 Wochen und er befürchte, dass es dann zu spät für das Unternehmen sein könne (...)


Inzwischen sind zumindest auch die Zeitabläufe etwas transparenter:
4 Wochen nach der Hauptversammlung hat WIGE den Antrag auf Eintragung an das HR Köln gestellt. Gleichzeitig hat kur vor Ablauf der 4 Wochenfrist die Constantin Medien AG die angekündigte Anfechtungsklage eingereicht. Damit werden die Kapitalmaßnahmen blockiert und man weiss weder wann, noch was bei der Klage herauskommt. Zweifelsohne verfügt die Constantin Medien AG über Kapitalspezialisten und -juristen, die genau wissen was sie tun. Das Ergebnis des Klageverfahrens läßt Spekulationen zu, ob es überhaupt ein gültiger Beschluss der HV war oder ob eine erneute Abstimmung (ja wenn es dann die WIGE-MEDIA in dieser Form überhaupt noch gibt) anläßlich einer neuen HV geben wird.

AR und Vorstand der WIGE haben vermutlich jetzt einen noch deutlicheren Liquiditätsengpass, den der Anwalt in seinem Vergleichsangebot beschrieben hatte.
"Aufgrund sehr schwieriger wirtschaftlicher Gesamtumstände und einer saisonale bedingt schwachen Auftragslage verzeichnet unsere Mandantin zur Zeit bedauerlicherweise einen Liquiditätsengpass. (...)".

Eishold dazu in der HV:

"Man führe zwar regelmäßig, so Eishold in der HV, Gespräche mit den Banken; man benötige aber zunächst Liquidität, um die Verbindlichkeiten zumindest zum Teil ablösen zu können. Wie er weiter mitteilte, unterstützen die Banken das Unternehmen derzeit durch Stundungen (...)"


Man darf gespannt sein, wie sich der Rechtsanwalt diesmal gegenüber den über 100 Wartenden äussern wird.

Spätestens nach Zustellung der Klage gegen die HV-Beschlüsse ist die WIGE-MEDIA AG (nach meiner Einschätzung) zu einer AdHoc verpflichtet. Warten wir es ab.

31.03.2010 12:00 Uhr

Anfechtungsklage verhindert geplante Kapitalmaßnahmen

Ich habe heute noch ein wenig telefoniert und jetzt ist es kein Geheimnis mehr. Die Constantin Medien AG hat die bereits in der Hauptversammlung angekündigte Anfechtungsklage eingereicht. Theoretisch müsste eigentlich meiner Auffassung nach darüber eine WIGE-AdHoc kommen ......

Damit wurde ein Klageverfahren gestartet, dass nach Auskunft des HR sich mindestens über mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre hinziehen kann. Damit dürften Eisholds Pläne für die dringend (meiner Meinung nach) zum Überleben notwendige schnelle Kapitalerhöhung und die angekündigte Befriedigung der Gläubiger endgültig vom Tisch sein.

Man darf gespannt sein, wie eigentlich die Bilanz 2009 (ohne die Kapitalherabsetzungskorrektur) aussehen wird und wann AR und Vorstand die Notbremse ziehen, bzw. die Vollbremsung einleiten.

30.03.2010 14:00 Uhr

Eintrag zur Kapitalherabsetzung abgelehnt



.....
aktuell aus dem Kölner Handelsregister



Wie ich heute in Erfahrung bringen konnte, hat der zuständige Richter am HR Köln die Eintragung der Kapitalherabsetzung abgelehnt.
"Die WIGE wurde hierüber unterrichtet."

(.. wird aber kaum eine Pressemitteilung darüber publizieren ...)

Whoow, das ist ein herber Rückschlag für die Zeitplanung von Vorstand Eishold.

Die Hintergründe sind noch völlig unklar. Kaum vorstellbar, dass Eishold oder der AR hier formale Fehler gemacht haben .... Gibt es also doch eine Anfechtung?

Dieses könnte eventuell dazu führen, dass die Herabsetzung und damit die erst anschliessend einzutragene Kapitalerhöhung sich um Tage, Wochen oder auch Monate nach hinten verschiebt. Ich hatte ohnehin stets bezweifelt und tue es jetzt wieder, dass durch eine Ausgabe von neuen Aktien
kurzfristig (bis Ende April) frisches Kapital in die WIGE - Media AG fliesst. Mit welcher Story sollen denn die Anleger geködert werden?

Die Umstände würden leider auch bedeuten, dass die über 100 Gläubiger auf ihre Forderungen eventuell noch "etwas länger" warten müssen. Bleibt die spannende Frage, ob die WIGE irgendwie dann Ende April seine "Begleichungszusagen" erfüllen kann.

"
Eine weitere Tranche in Höhe von 50 % der offenen Gesamtforderung könnte zum 30.4.2010 beglichen werden" so hatte der Anwalt geschickt formuliert in seinem Schreiben. Jetzt sieht es so aus, dass sich dieser Termin eventuell aber noch um Tage, Wochen oder Monate verschieben könnte.

"könnte
beglichen werden"
ist nun einmal nicht identisch mit "wird beglichen", wie es vielen Gläubigern vermutlich überhaupt nicht aufgefallen ist. Natürlich hat man geglaubt, wenn man zustimmt ... "könnte beglichen werden".

Geschickt formuliert; es könnte aber auch bedeuten; .... wenn die WIGE Ende April Geld hat, "könnte beglichen werden" ...


Wie hatte Eishold doch auf der Hauptversammlung am Nürburgring ausgeführt:

"Die Kapitalerhöhung soll so schnell wie möglich durchgeführt werden. Zwar sei es gelungen, mit mehr als 100 Kreditoren Stundungsvereinbarungen zu treffen, diese laufen aber nur bis April 2010; bis dahin soll das frische Kapital zugeflossen sein."


Was machen denn eigentlich die Kreditoren
nach Ablauf der Stundungsvereinbarungen wenn kein Kapitalzufluss erfolgt ?

"Einige Kunden leisten inzwischen Vorauszahlungen und helfen damit, die schwierige Unternehmensphase zu überbrücken."

Hier vermuten Insider die ITR (Veranstalter der DTM), die eventuell bereits einen Vorschuss geleistet hat. Trotzdem warten anscheinend immer noch die Kameraleute auf die Honorare der letzten DTM - Saison, die vermutlich im letzten Jahr bereits von der ITR bezahlt wurden .....

29.03.2010 18:00 Uhr

Auswirkungen der Insolvenzanfechtung

Viele Gästebucheinträge und Telefonate beschäftigen sich mit den Folgen einer Insolvenz und der Ansolvenzanfechtung.
Ich habe über die §§ 129, 130 InsO bereits ausführlich geschrieben.

Fassen wir doch einfach noch einmal zusammen, was im Fall der Insolvenz einer beliebigen Firma passieren kann (aber nicht muß!)
Basis ist der § 130

§ 130 InsO Kongruente Deckung

(1) Anfechtbar ist eine Rechtshandlung, die einem Insolvenzgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewährt oder ermöglicht hat,
a) wenn sie in den letzten drei Monaten vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen worden ist, wenn zur Zeit der Handlung der Schuldner zahlungsunfähig war und wenn der Gläubiger zu dieser Zeit die Zahlungsunfähigkeit kannte oder (...).
(2) Der Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit oder des Eröffnungsantrags steht die Kenntnis von Umständen gleich, die zwingend auf die Zahlungsunfähigkeit oder den Eröffnungsantrag schließen lassen.

Durch das Anwaltsschreiben ist die Zahlungsunfähigkeit dokumentiert. Alle Zahlungen die eine Firma innerhalb von drei Monaten vor einem Eröffnungsantrag geleistet hat, können dann zurück gefordert werden .....

Das ist für Freie extrem hart, wenn die Honorarzahlungen einer Firma der letzten drei Monate zurück gezahlt werden müssen, kann aber durch einen Insolvenzverwalter veranlasst werden. Beispiel wie hier beschrieben.

22.03.2010 7:00 Uhr

Geduldsprobe für die Freien

Bereits am 29.1. emailte Vorstand Eishold und Generalbevollmächtigter Technik & Entwicklung Vees an die freien Mitarbeiter.
(Meine journalistische Meinung dazu in GRÜN)

Fri, 29 Jan 2010 14:53:54 +0100
Information an freie Mitarbeiter

Liebe Kollegen,
im Moment herrscht viel Unruhe und Verunsicherung in Bezug auf die WIGE MEDIA AG.

Im Zuge unserer Sanierungsarbeiten haben wir viele von Euch gebeten, uns bei der Arbeit zu unterstützen und uns einen Teil der aufgelaufenen Altforderungen für einige Zeit zu stunden.

"Eine weitere Tranche in Höhe von 50 % der offenen Gesamtforderung könnte zum 30.4.2010 beglichen werden" (Schreiben der Anwälte)
"Könnte" bedeutet nicht "wird". Es wurden viele gebeten .... "Viele" sind nicht "Alle" und dieses bestätigt anscheinend, dass einige "anscheinend wichtige" Freie bereits einen vollen Ausgleich ohne Verzicht bekommen haben sollen.

Wir freuen uns sehr, wie viele positive und konstruktive Antworten wir dazu bekommen haben und wissen sehr zu schätzen, was wir an Euch haben. Das ist nicht selbstverständlich!

Ich habe allerdings nicht verstanden, warum "es nicht selbstverständlich ist", dass man zu schätzen weiss, was man an bewährten freien Mitarbeitern hat. Sollte dieses mit der WIGE - Firmenphilosophie zusammenhängen?

Man wird doch verstärkt freie Mitarbeiter brauchen, da man das Personal nach den Ankündigungen von Eishold in der HV "
So wird der Mitarbeiterstamm von 2008 (265 Mitarbeiter) auf 2010 (132 Mitarbeiter) halbiert." deutlich reduzieren wird.

Klar ist für uns auch, dass wir alle zukünftigen Produktionen fristgerecht an Euch bezahlen werden. Bitte habt dafür Verständnis, dass Vorabzahlungen nicht möglich sind. Wir haben in dieser Sache intensiv mit unseren Kunden die Situation besprochen und erleben auch von deren Seite große Unterstützung. Ganz konkret hat sich das ZDF bereit erklärt uns für die anstehenden Produktionen in Willingen und Garmisch-Partenkirchen sehr schnell zu bezahlen, damit wir dies im Gegenzug auch bei Euch tun können. Konkret heißt das, dass wir Eure Gagen für diese Produktionen innerhalb von 14 Tagen bezahlen können. Daran lassen wir uns gerne messen!

Whoww ..... , man läßt sich daran messen, dass man die dem ZDF berechneten Honorare innerhalb von 14 Tagen (beginnend ab wann eigentlich?) weiterleitet. Dieses unter dem Gesichtspunkt, dass am 29.1. anscheinend das "säumige" ZDF immer noch nicht gezahlt hat. Dumm nur, dass bereits zu meinen Zeiten das ZDF innerhalb von 14 Tagen ohne besondere Aufforderung gezahlt hat, das ZDF als Garant für pünktliche Zahlungen bekannt ist und es heute immer noch genauso sein soll. Ab 1.7.2010 soll das ZDF konsequent auf HD umsteigen. Das bedeutet vermutlich das Ende der Zusammenarbeit mit den Non-HD-Firmen. Bekannte SD Firmen stellen den AÜ-Betrieb ein, weil sie nicht mehr in HD investieren wollen.

Und
warum überhaupt (der Gerüchteküche nach) warten noch immer über 100 Kleingläubiger (Quelle: Eishold auf der HV) auf ihre Gagen vom letzten Jahr? Hat denn die ITR für die DTM - Produktionen keine Kamerahonorare bezahlt? Schwer vorstellbar.

Die noch ausstehenden Gagen für das Neujahrsspringen in Garmisch werden wir umgehend bezahlen, sobald wir einen Geldeingang vom ZDF verbuchen können. Auch hier hat das ZDF sich sehr kulant gezeigt und bezahlt unsere Rechnung vor Fälligkeit. Konkret wird dieses Geld nach Aussage des ZDF noch heute oder am Montag bei uns eingehen. Wir werden dann sofort Eure Gagen für das Neujahrs-springen an Euch überweisen. Entsprechende Nachweise werden wir Euch dann umgehend zukommen lassen. Wir sind uns sicher, dass dies ein sinnvoller Weg für die nächsten Produktionen ist und möchten uns noch einmal für Euer großes Verständnis und Eure konstruktive Mitarbeit bedanken.

Nachtrag 22.3.2010: Ich erhalte zwei Bestätigungen, dass der HD1 seinen letzten Boxkampf für WIGE gemacht hat und nunmehr den Besitzer wechseln soll. Geishecker ließ es sich nicht nehmen den HD-KO der WIGE-MEDIA AG vor Ort zu erleben.

18.03.2010 19:00 Uhr

HD 1 verkauft. Das Ende des WIGE HD Ausfluges

Den deutlichen Hinweis hatte Eishold in der Hauptversammlung anläßlich der Kapitalmaßnahmen gegeben:

"Um die Situation zu verbessern (...) will sich der Vorstand weg von der technischen Dienstleistung bewegen." "Deswegen will WIGE sich mit einem Partner im Bereich HD - Produktion zusammentun und im Unternehmen nur noch einen Kern von Mitarbeitern und auch nicht mehr das gesamte Equipment vorhalten."

Chapeau, welches Tempo und welche Konsequenz der Vorstandsvorsitzende vorlegt. Der hochgejubelte HD - Einstieg erwies sich in der Nachbetrachtung als Flopp erster Güte; manche sprechen auch vom Sargnagel. Ein Fahrzeug wurde unter "interessanten Umständen" an eine veräusserte Tochter mit Bürgschaft abgegeben und lässt in München vermutlich deshalb jemanden unruhig schlafen .... Der zweite Wagen und das Flagschiff HD1 wurde nach noch unbestätigten Berichten an SBA Studio Hamburg Berlin Brandenburg GmbH verkauft und fügt sich dort gut in die Ü-Wagen -Kette ein.

Der Verkauf bedeutet eine spürbare Kostenoptimierung für die klamme WIGE, die allerdings durch den weiteren Personalabbau (Eishold braucht
nur noch einen Kern von Mitarbeitern für das Restequipment) noch stark verbessert wird.

Spannend wird es allemal, weil dann WIGE mehr gute Freie braucht. Diese kommen aber vermutlich nur, wenn sie auch bezahlt werden.

Dazu müssen erst einmal die Zahlungen der angekündigten Stundungsbeträge an die über 100 Kleingläubiger bis Ende April erfolgen. WIGE soll allerdings bereits alle bezahlt haben, die dem Vergleich nicht zugestimmt haben. Eishold rechnet (nach seinen Angaben) mit einem frischem Kapitalzufluss bis Ende April. Dieses Zeitfenster wird von einigen Insidern immer wieder angezweifelt, da erst nach Eintragung der Kapitalherabsetzung die Erhöhung eingetragen werden kann.

15.03.2010 9:00 Uhr

Antrag auf Kapitalherabsetzung wurde am 11.3.2010 gestellt

Dem HR-Köln liegt der Antrag auf Kapitalherabsetzung vor. Die Bearbeitungsdauer hängt im wesentlichen davon ab, ob alle Unterlagen formgerecht eingereicht wurden. Damit könnte sich das Problem der (Überschuldungs-) Bilanz 2009 eventuell erst einmal erledigt haben.

Nach der erfolgten Eintragung gilt dann das Kapital als heruntergesetzt. Vermutlich hat die Constantin Medien AG auf eine Anfechtungsklage verzichtet, da dieses jegliche Kapitalmaßnahme um Monate verzögert hätte.

Nachtrag: Anfechtungsklage ist nicht erfolgt. Nachdem die WIGE auf die Constantin Medien AG zugegangen war, unterblieb die Einlegung von Rechtsmitteln.

10.03.2010 9:00 Uhr

Fristablauf für Anfechtung


Jetzt wird es sich entscheiden, ob die Planungen von Eishold Makulatur sind oder ob die Kapitalmaßnahmen greifen.

Bei der ausserordentlichen Hauptversammlung hatten nach Angaben der AdHOC zwei Aktionäre "allgemeinen Widerspruch" eingelegt, der zu Protokoll genommen wurde.

Einer der Aktionäre war die Constantin Medien AG vertreten durch den Finanzvorstand.

Wenn es zu der Einreichung einer Anfechtungsklage kommt, dürften die Kapitalmaßnahmen noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Ohnehin halten Insider es auch ohne Anfechtungsklage für sehr problematisch, dass das Kölner Handelsregister die notwendigen Eintragungen bis Ende April vornehmen wird. Bleibt wieder einmal die spannende Frage, woher die für Ende April angekündigten Restzahlungen an die wartenden Gläubiger herkommen sollen, wenn die Kapitalerhöhung bis dahin noch nicht gegriffen hat.

8.03.2010 17:00 Uhr

Löschen von Beiträgen im Gästebuch

Heute erhielt ich einen Anruf eines WIGE - Mitarbeiters, der sich in einem Gästebucheintrag verunglimpft fühlte. Er konnte mich sofort überzeugen und ich habe daraufhin zwei Einträge gelöscht.

05.03.2010 9:00 Uhr

Erneut Insolvenz in der Kölner Medienbranche



01.03.2010 22:00 Uhr


Manchmal ist es ziemlich schwierig, die Einträge im Gästebuch zu verstehen und zu recherchieren.

Der Eintrag vom 11.2. hat jedoch für mich in den letzten Tagen eine ungewöhnliche Tiefe bekommen.

Angeblich will man tatsächlich rechtliche Schritte einleiten.

Warten wir es ab ......



Die vermutlichen Fakten der Hintergründe stimmen - wenn die Gerüchte stimmen - ein wenig nachdenklich.

Es geht um die Produktion einer SKI - WM und des Weltcupfinales in Garmisch. Das Weltcupfinale vom 10.3. bis 14.3. wird durch das ZDF als HOSTBROADCASTER übertragen. Im Vorfeld hatte es eine Ausschreibung gegeben, bei der u.a. gefordert wurde, dass die übertragende Produktionsfirma entsprechende Erfahrungen für die steilste Abfahrt in Deutschland vorweisen kann.

TOPVISION und TVN hatten für ihre HD - Schlachtschiffe (Ü-Wagen) anscheinend nahezu identische Angebote abgegeben und WIGE soll diese um rund 30% unterboten haben.

Stellt sich natürlich sofort die Frage: Wie machen die das? Wenn wir davon ausgehen, dass sowohl TVN als auch TOPVISION HD-Wagen der jüngsten Generation anbieten, dann kann WIGE mit seinem altem HD1 vermutlich günstiger sein. Nur, warum hat das ZDF diesen Auftrag überhaupt an ein Unternehmen erteilt, dass keinerlei vergleichbare Erfahrungen für eine hochalpine Piste hat. Die Besonderheit an der Abfahrt in Garmisch ist zudem, dass es keine Querversorgungswege gibt, sondern das ganze Material über die Abfahrtsstrecke versorgt wird.

Das Weltcupfinale soll anscheinend als TEST für die SKI-WM 2011 am gleichen Platze dienen. Vermutlich sind die Ambitionen des WIGE-Vorstandes im ZDF nicht bekannt, denn WIGE will 2011 nach eigenen Planungen über kein eigenes HD - Equipment mehr verfügen und daher macht die Suche von Eishold nach einem HD-Partner irgendwie Sinn.

Spannende Frage:
Wie und wann hat WIGE ein Angebot für WELTCUP-Finale und SKI-WM abgegeben? Warum nimmt das ZDF ein Angebot an, das sich so deutlich von den Mitbewerbern unterscheiden soll? Wurde man nicht stutzig? Sieht der Vertrag eventuell vor, dass WIGE Subunternehmer beauftragt? Ist das die neue Marschrichtung von Eishold? Wurde hier jemand eventuell nicht über alle Fakten informiert ?

Zu meiner Zeit reichten als Überzeugungsarbeit ein Satz Winterreifen und ein paar Dosen CASTROL. Heute ist das undenkbar.

26.02.2010 16:00 Uhr



..... aus dem Kölner Handelsregister



Inzwischen sind über 14 Tage seit der ausserordentlichen HV am Nürburgring vergangen.

Nach der heutigen Stand (26.2.2010 16 Uhr) liegt dem HR Köln bisher noch kein Antrag auf Eintragung der Beschlüsse (§ 223 AktG) vor.

Es wird derzeit lautstark diskutiert, ob wohl Vorstand und Aufsichtsrat sich mit der Constantin Medien AG einigen können und diese den Protest der HV zurücknehmen.



21.02.2010 10:00 Uhr

Wertberichtigungen und GP Masters Fake

Immer wieder stolper ich über die Bilanzenpraktiken 2007 und 2008. So hatte man 2007 eine Forderung eingebucht, die man dann 2008 wieder wertberichtigte. Dumm nur, dass diese Forderung (GP Masters) vermutlich buchhalterisch nie hätte eingebucht werden dürfen.

Und jetzt führte Eishold in der ausserordentlichen HV aus, dass der AR einstimmig den Einberufungsbeschluss gefasst hatte, weil das halbe Grundkapital verlustig war. Maßgeblich seien verschiedene Abschreibungen und Wertberichtigungen.


Spätestens an dieser Stelle darf gefragt werden, welche maßgeblichen Wertberichtigungen erfolgt sind.



Interessant ist ohnehin seit Jahren der Jahresvergleich und die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Auffällig, dass immer rund 50% der offenen Forderungen an die Kunden überhaupt noch nicht fällig sind.

2006 4.334 Mio. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon 2.395 Mio. überfällig 1.935 Mio. somit noch nicht fällig

2007 5.241 Mio. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon 2.751 Mio. überfällig 2.490 Mio. somit noch nicht fällig
Hiervon werden 2008 dann durch den GP Masters Fake (offiziell:
Risikoorientierte Abwertung internationale Forderung) ca. 1 Mio. wertberichtigt. Dummerweise ging es um eine dubiose Forderung an eine insolvente Firma, die vermutlich so keinen Bestand für die Bilanz hatte.

2008 3.678 Mio. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon 1.841 Mio. überfällig 1.837 Mio. somit noch nicht fällig

Sie ahnen es schon ... Ich bin gespannt auf die Hintergründe der maßgeblichen Wertberichtigungen ...

19.02.2010 10:00 Uhr

WIGE - TV-Bereich bald ohne HDTV ?

Gestern gab es ein gepflegtes Kölsch und eine ausufernde Diskussion unter der Prämisse: WIGE und HDTV

Interessant auch Eisholds Ausführungen zum AÜ-Bereich:
Hier will er die "durchschnittliche Auslastung durch
ein höheres Geschäftsvolumen steigern, das WIGE allerdings alleine nicht stemmen kann."

Deshalb suche er Partner für den HD-Bereich, um bei WIGE nur noch einen Kern von Mitarbeitern und auch nicht mehr das gesamte Equipment vorzuhalten. So wird der Mitarbeiterstamm von 2008 (265 Mitarbeiter) auf 2010 (132 Mitarbeiter) halbiert.

Auszug aus der ausserordentlichen HV



<-- Das sah man in der Bilanz 2008 anscheinend noch realistischer:

(...)
lässt sich nicht grundsätzlich mit adäquaten Projektergebnissen kompensieren (...) bis hin zum Ausscheiden von Anbietern und MItbewerbern (...)

Wohlgemerkt: damals setzte man noch auf HDTV.

Der Startschuss zu HDTV ist gefallen und ARD, ZDF und viele freie Sender bieten ein durchgehendes HDTV-Programm an. Ausgerechnet jetzt will WIGE seinen geleasten HD1 abgeben und sucht Partner für den HD-Bereich.




Erinnert fatal an den damals notwendigen Verkauf der WIGE-DATA. Zwar wurden rund 8 Mio. in die WIGE-Kassen gespült, jedoch ist davon nach einer Tantieme (Vorstand-Erfolgsprovision für den Verkauf) und den ständigen Verlusten inzwischen nichts mehr übrig. Jetzt kastriert sich der TV-Bereich selber und fällt zurück in die Übertragungssteinzeit.

Korrektur und Relativierung des Gerüchtes: Die Kameraleute wurden direkt durch Sportscast bezahlt. WIGE hatte damit nichts zu tun. Es geht also um anderes Fremdpersonal, dass Barzahlung verlangt haben soll. 21.2.2010

18.02.2010 15:20 Uhr

Good NEWS für die freien Mitarbeiter (WIGE zahlt anscheinend Cash vor Dienstbeginn)

Wie ein Lauffeuer macht derzeit ein Gerücht die Runde:
Fakt: WIGE HD1 produziert im Auftrag von Sportcast am 23. Spieltag der Bundesliga, Samstag 2.3.2010 die erste LIGA in Dortmund.

Mit dabei u.a. 10 Kameraleute und um diese geht es: WIGE soll den Kameraleuten "Cash in de tesch" vor Spielbeginn zugesagt haben. Anscheinend haben die Freien schnell dazu gelernt und fordern ihr Honorar vor Spielbeginn in bar (Scheckzahlung ausgeschlossen). Alternativ könnte dieses allerdings auch eventuell eine Auflage des Auftraggebers sein, damit überhaupt genug Freie an den Start gehen ....

Am letzten Freitag hatte man den HD1 bei TVN in Hannover vorgeführt. Die TVN - Leute wurden auch schon in Köln gesehen. Laut Gästebuch sei das Auto noch einmal mit Fremdgeräten vollgestopft worden und nicht besonders angekommen. Als zweiter möglicher Interessent, Sie werden es schon ahnen, kommt Mario Mentel-Hülsbusch ins Gespräch. Ich frage mich schon lange, ob dann die Leasingverträge (mit einer Garantieerklärung der WIGE ?) übertragen werden, da das Fahrzeug anscheinend vollständig geleast ist....

Die DTM könnte WIGE allerdings eventuell auch mit dem Ü5 in SD machen, falls die ITR überhaupt mitspielt; das bedeutet im Endefekt, das der vollmundige hochgelobte HDTV Standard aus dem Angebot mit WIGE-Equipment wegfällt.

Dieses könnte eventuell einen Sinn ergeben und machbar sein, wenn der ARD-Sportnachmittag mit der DTM dem Flurfunk nach eventuell weiterhin auf HDTV verzichten wird. Nur wenn man dann plötzlich - z.B. ARD unter HDTV-Druck - auf HDTV umsteigen muß, könnte für WIGE ein riesiges Anmietproblem entstehen.

Tja, denn leider werden aber inzwischen fast alle großen Events (Show und Sport) und natürlich erst recht der gesamte Fussball in HDTV produziert. Seit Vancouver haben ARD und ZDF offiziell ihr HDTV - Programm gestartet und jetzt geht es erst richtig los!

Ohne HD1 keine HDTV-Einsätze für WIGE und das von EISHOLD angekündigte und angestrebte erhöhte Geschäftsvolumen rückt ohne HDTV vermutlich in weite Ferne.

16.02.2010 15:20 Uhr

In Kölle reagiert der Karneval und das sonnendurchflutete Winterwetter lädt zu Spaziergängen ein.

Heute konte ich den zuständigen Handelsrichter am AG Köln zu den Zeitabläufen einer eventuellen Anmeldung und Eintragung befragen.
Tenor: Wenn alles komplett vorgelegt wird und die Gerichtskosten bezahlt sind, kann es innerhalb einiger Tage über die Bühne gehen. Bei einem Widerspruch und ggf. einem Klageverfahren kann es schnell mehrere Monate dauern.

Mit anderen Worten, wenn einer der Hauptaktionäre - in diesem Fall die Constantin-Medien AG - das Klageverfahren durchzieht, dürften Eisholds Pläne bereits jetzt Makulatur sein und es ziemlich schnell ganz schön eng werden. Insbesondere ist auch im April (29.4.2010) die Bilanz 2009 fällig und ohne die Eintragung (die sich rückwirkend auf die 2009er Zahlen auswirkt) erwartet uns die Dokumentation einer bilanziellen Überschuldung.

Die WIGE hat durch Rechtsanwalts-Rundschreiben an einzelne Gläubiger noch einmal nachgelegt und bietet nunmehr einigen Gläubigern, die noch keinen 20%tigen Verzicht erklärt haben, eine vollständige Bezahlung an: 20% sollen sofort bezahlt werden. 80% Rest dann im April.
In die Röhre gucken jetzt nur die Schnellen, die dem Forderungsverzicht zugestimmt haben. Besser kann man anscheinend mit seinen Gläubigern nicht umgehen.

Inzwischen hören wir von einem weiteren Mahnverfahren im 5stelligem Bereich. Auch hier hat WIGE sofort WIDERSPRUCH eingelegt, obwohl die Fakten klar auf dem Tisch liegen. Der Grund dürfte in der fehlenden Liquidität liegen und weniger im Anspuchsgrund eines belegbaren Vermietgeschäft. Hier wird ein zusätzliches Problem deutlich: Vermieter von Equipment verlangen aufgrund der Aussenstände jetzt Vorkasse. Nur woher nehmen, wenn die alten Forderungen nur vergleichsweise erfüllt werden.

Im Sport nennt man dieses oft: "Spiel auf Zeit" oder den Patienten in die nächste Runde retten ....

Ob die WIGE im April allerdings überhaupt liquide sein wird, hängt vermutlich alleine davon ab, ob Eishold überhaupt Investoren findet, die bei der Zukunftsperspektive einsteigen; und wenn, ja wenn denn die Kapitalmaßnahmen bis dahin überhaupt zur Eintragung gekommen sind.

Ich habe vollen Respekt und stelle in Gesprächen immer wieder fest, dass Eishold vermutlich derzeit auch der einzige weisse Ritter ist, der die WIGE noch über Wasser halten kann.

Nur, wer klärt Eishold einmal über die kleinen Fisematentchen und den Kuschelemusch des ehemaligen Gemüsehändlers aus Ehrenfeld auf?

13.02.2010 22:20 Uhr

Die Situation hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert
(Überschrift Bericht GSC Research)

Inzwischen liegen die Details der Hauptversammlung am Nürburgring vor.
Einen ausführlichen lohneswerten Bericht von Mathias Wahler (GSC-Research) findet man unter
http://www.gsc-research.de/gsc/research/index.html

Es hatten sich -wie ich bereits vermutet hatte- aufgrund der Wetterlage mit Schneegestöber am Nürburgring und aufgrund des frühen Termines um 9:00 Uhr nur etwa 25 Aktionäre und Gäste eingefunden.

Man begann -völig ungewöhnlich- sofort mit den Abstimmungen und erst dann den Bericht des Vorstandes zur Lage. Der Finanzvorstand der Constantin Medien AG protestierte sofort gegen dieses Vorgehen und der Protest wurde zu Protokoll genommen. Die Beschlüsse sind bekannt und um 9:40 Uhr wurde die HV offiziell geschlossen.

Dann folgte der Bericht des Vorstandes:
Zum 31.12.2009 notierte das Eigenkapital der WIGE mit minus 192 TEuro. Nach Einbeziehumg der Performance und der Event dann mit 622 TEuro.. Viele Geschäfte sind weggebrochen, mit denen der Vorstand fest gerechnet hatte. Eishold legte dar, das im TV-Bereich kaum Geld zu verdienen sei. In Zukunft sollen mehr Redaktion und TV-Vermarktung gepusht werden, da hier noch Geld zu verdienen sei. Nur mit Gesamtpaketen für einzelne Veranstaltungen kann man dann Sponsoren gewinnen und das Paket dem DSF kostenlos anbieten.

"Die WIGE-MEDIA der Zukunft" so Eishold
ist ein alter Hut und das damalige Modell von mir. Im Grunde genommen versteht Eishold mein damaliges WIGE-Konzept inzwischen sehr gut und setzt es wieder um. Geishecker hatte es nach meinem Ausscheiden damals nicht verstanden, dass nur ein Gesamtpaket (auch mit DATA-Einsatz) für die Auftraggeber interessant ist und für WIGE profitabel ist. Nur war die DATA die finanzielle und organisatorische Klammer und das Herz des Unternehmens, bis sie aufgrund der damaligen Finanzsituation verkauft werden musste. Produktion durch Sponsoren bezahlen lassen und das Programm dann kostenlos z.B. dem DSF anbieten ist nach Branchenkennermeinung ein Auslaufmodell. Im Schnitt brachte es das DSF im vergangenen Fernsehjahr auf einen Marktanteil von 1,1 % bei allen und auf 1,3 % bei den 14- bis 49jährigen Zuschauern. Natürlich besteht ein Interesse bei z.B. einem Taubenzüchterverband, seine Ereignisse im Fernsehen zu präsentieren; nur wer bezahlt dafür. Damals konnten wir noch einen Sendeplatz bei 3Sat und im ZDF garantieren. Heute wäre diese Schleichwerbung nicht mehr möglich.

Interessant auch Eisholds Ausführungen zum AÜ-Bereich:

Hier will er die "
durchschnittliche Auslastung durch ein höheres Geschäftsvolumen steigern", das WIGE allerdings alleine nicht stemmen kann. Deshalb suche er Partner für den HD-Bereich, um bei WIGE nur noch einen Kern von Mitarbeitern und auch nicht mehr das gesamte Equipment vorzuhalten. So wird der Mitarbeiterstamm von 2008 (265 Mitarbeiter) auf 2010 (132 Mitarbeiter) halbiert.

Hier wird offiziell bestätigt, was ich schon seit langem publiziere: Eishold baut gegenüber 2008 rund 50% der Belegschaft ab.
Nur, warum sagt das keiner den Mitarbeitern? und lässt diese im Regen stehen ....

Angefragt hatte man - so die Gerüchteküche - bereits bei einigen Ü-Wagenfirmen. Dieses bestätigt Eishold, so habe man
mit allen Marktteilnehmern Kontakt aufgenommen und führe derzeit noch Verhandlungen mit 4 Partnern.
Klingt etwas nach Peterchens Resterampe ....

Ob Eishold z.B. nicht weiss, dass Jenkens lange Zeit Großaktionär der WIGE war und inzwischen die WIGE meilenweit überholt hat. Bereits Geishecker hatte vergeblich versucht, weitere TV-Partner ins Boot zu holen und war damals kläglich gescheitert. Die IMAGE MediaGroup GmbH ist nur ein Beispiel dafür. Man kann zudem getrost davon ausgehen, dass der kölsche Patron auch damals bessere Kontakte hatte, als Eishold heute. Der TV-Markt ist deutlich aufgeteilt und WIGE gehört mit 1 Einheit inzwischen nicht mehr zu den TOP-Anbietern, die teilweise bis zu 6 Einheiten einsetzen. Hinzu kommt, dass viele Spezialisten das Unternehmen verlassen haben oder entsorgt wurden. Dieses hat sich rumgesprochen und ist mit einer der Gründe für die Buchungsrückgänge. Wenn Eishold meint, man sei aufgrund der unsicheren WIGE-Situation ("wie geht es weiter?") in Vancouver und Südafrika nicht mehr dabei, so kann es nur einem Produktionslaien entgehen, dass die Planungen und Buchungen teilweise schon vor 2 Jahren erfolgt sind.

Zu den Kreditoren
Mehr als 100 Kreditoren
(u.a. freie Mitarbeiter etc.) haben Stundungsvereinbarungen bis April getroffen, weil Eishold bis dahin frisches Kapital durch Verkauf von Aktien erwartet. Die Banken unterstützen das Unternehmen derzeit durch Stundungen. Verzichtsvereinbarungen konnten allerdings mit den Banken nicht getroffen werden
.

Also haben nur die Kleinkreditoren einen Forderungsverzicht ausgesprochen, während die Banken sich geweigert haben. Nur, wenn die neuen Aktien bis April nicht gezeichnet werden, gucken die 100 Kreditoren vermutlich in die Röhre und die Inhaber eines vollstreckbaren Mahnbescheides kassieren ab.

Angeblich stehen auch Investoren in den Startlöchern, "von denen sich einer vorstellen kann, sogar die gesamte Kapitalerhöhung zu übernehmen. Eine feste Zusage gibt es allerdings nicht" !

Kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Viel heisse Luft und wenig Konkretes.

Ich hatte schon berichtet, dass WIGE bei der Olympiade und Fussball - WM keine Rolle spielt. Dieses wurde durch Eishold bestätigt. Monaco und die Niederlassung in Südafrika werden noch im ersten Quartal geschlossen.

WIGE und die Wertberichtigungen

Eishold kündigte in einem Nebensatz bereits Wertberichtigungen an, die man im Dezember festgestellt habe. Das wird noch einmal spannend! Welche Forderungen werden dann diesmal (vermutlich wieder aufgrund der internationalen Finanzlage oder ist es diesmal die Abwrackprämie ...) ausgebucht?

Weckt Erinnerungen an die (meiner Meinung nach) Bilanzmanipulation durch den GP Masters Fake. Hier ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft.

12.02.2010 20:20 Uhr

Wie geht es weiter?

war die am häufigsten gestellte Frage nach der HV.

Zwar konnte die bilanzielle Überschuldung und der hierdurch vermutlich meiner Meinung nach drohende Insolvenzantrag knapp vermieden werden, aber die Cash-Probleme sind nicht gelöst. Anscheinend warten noch viele Gläubiger auf ihre Zahlungen und es stellt sich die Frage, wo WIGE die Mittel herbekommen will. Wohl kaum durch die Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien.

Hierfür müsste Eishold schnellstens ein neues Ertragskonzept vorlegen und dieses dürfte nach Insidermeinung die Aufgabe des defizitären Ü-Bereichs sein. Hier hat WIGE in den letzten Jahren Millionen verbrannt.

Was passiert mit den Aktien und wann erfolgt die Zusammenlegung ?

Hier gibt das Aktiengesetz Auskunft:


Soweit eigentlich klar ..


Heute konnte mir das Handelsregister noch nicht sagen, wie lange die Eintragung dauert, da ein gewaltiger Rückstau besteht ...


Ein interessanter §, den ich mir noch erklären lasse ...


Ein gewaltiger Aufwand, der hier auf die AG bzw. die Bankdienstleister zukommt. Man stelle sich vor, einige Kleinaktionäre haben den ganzen Vorgang noch nicht mitbekommen ...



Das könnte bedeuten, dass der Kurs erst einmal normal weiterläuft, bis die Eintragung erfolgt ist. Dieses müsste dann innerhalb von 6 Monaten der Fall sein.

In Kürze mehr dazu .....

11.02.2010 9:20 Uhr

Abstimmungsergebnis in der Hauptversammlung

WHOOW .... das war knapp.

Ich stutzte bereits bei der Ad-Hov über die geschickten Formulierungen.
Der eingeschlagene Unternehmenskurs wurde durch eine qualifizierte Mehrheit der auf der Hauptversammlung anwesenden Aktionäre unterstützt. Der von zwei Aktionären eingelegte allgemeine Widerspruch gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung wurde entsprechend zu Protokoll genommen.

Interessante Frage, wer hat Widerspruch eingelegt und kommt es zu einer Anfechtungsklage ?
















Das Ergebnis war denkbar knapp.

Zum TOP 1 wurden die notwendigen 75% nur um 3,57 % überschritten.

Bei den TOP 3 bis TOP 5 waren es nur 1,79%.

Auffällig, dass für TOP 3 - TOP 5 weniger gültige Stimmen abgegeben wurden.


10.02.2010 19:20 Uhr aktualisiert

Ergebnis der Hauptversammlung

Aktionäre wurden enteignet und verlieren 5/6 ihrer Aktien.

Das Grundkapital wurde im Verhältnis 6:1 auf 1.000.000 Euro heruntergesetzt.
Die WIGE - Bilanz 2009 dürfte damit auf Kosten der Anlager saniert sein. Was bleibt sind die offenen Verbindlchkeiten und die Frage, wie lange die Gläubiger still halten. Wie wir den 2010 Planzahlen entnehmen, dürfte als nächstes vermutlich der Abbau der "sonstigen Kosten" beginnen.

Spannende Frage bleibt jetzt die Reaktion der Kleinanleger. Heute wurden in Frankfurt noch 3.500 Stück für 0,48 gekauft. Glückwunsch. Jetzt sind es 5/6 weniger.

02.02.2010 14:00 Uhr

Vermehrt erhalte ich Rückmeldungen von WIGE - Gläubigern. Der Trend zeigt, dass anscheinend viele nicht bereit sind, auf den Forderungsverzicht einzugehen. Man wartet die Hauptversammlung ab.

Bleibt die spannende Frage, ob die Aktionäre der eigenen Enteignung zustimmen und was vor allen Dingen die Großaktionäre machen.

Ohne Zustimmung zu dem Kapitalschnitt dürfte die WIGE nach meiner persönlichen freien Meinung nach bilanziell völlig überschuldet sein.
Hinzu kommt der Liquiditätsengpass, die anscheinend derzeitige "Zahlungsunfähigkeit" und der ständig wachsende Druck der Gläubiger.



Seit heute baut WIGE im Auftrag des ZDF für das Skispringen in Willingen auf.

Auffällig ist in der Stabliste, dass viele fremde Namen bei den 52 WIGE - Mitarbeitern auftauchen. Entweder sind alle Topleute bereits bei den Olympics oder arbeiten mangels Kohle nicht mehr für WIGE oder ...... ?

Schauen wir uns die Übertragungen im ZDF einmal an, um die Leistung der Kameraleute zu beurteilen. Ich kann man nur schwer vorstellen, dass die Gerüchte stimmen, dass hier angeblich "Praktikanten-TV" betrieben wird. Die ZDF-Leute sind nicht so blöd, um dieses sofort zu reklamieren.

Ergänzung 10.02.
Ich habe mir am Samstag Teile der Sendung angesehen und einen deutlichen Bilder-Qualitätsunterschied gegenüber dem Neujahrsskispringen festgestellt.

27.01.2010 21:00 Uhr


Mahnbescheid gegen WIGE
Gerichtstermin vor dem AG Köln

Am 26.1. fand vor dem AG Köln eine typische Verhandlung vor dem Einzelrichter statt.

Es war ein typischer Wintertag in dem smuddeligen Köln, als ich gespannt den AG - Sitzungssaal betrat. Ich hatte ja schon gehört, dass WIGE oft vor Gericht schwach vertreten ist und seine Prozesse verliert aber was dann kam .....

(alle Details auf einer neuen Seite folgen nach dem 5.2.)

27.01.2010 9:00 Uhr

In Kölner Medienkreisen verdichten sich seit einigen Tagen die Gerüchte.

So soll es beschlossene Sache sein, dass der defizitäre AÜ-Bereich von WIGE eingestellt wird und die Technik verkauft werden soll um nur die anderen Bereiche fortführen zu können. Eishold soll mit diesem Konzept derzeit versuchen, Gläubiger und Investoren zu überzeugen.

Die Gerüchte könnten Sinn machen:

1.) Der TV-Bereich, speziell der Motorsport und auch das 24H Rennen am Nürburgring waren ein Zuschussprojekt von Geishecker und mir und haben eigentlich nie Geld eingespielt. Hier ging es immer um Prestige und Ego vom Mr. Motorsport. Die neuen Sanierer müssen knallhart rechnen und vermutlich rund 2 Mio. jährlich will man nicht mehr zuschiessen.

2.) Viele der freien Mitarbeiter bei diesen Produktionen warten immer noch auf ihre Honorare und halten den Vergleichsvorschlag für einen Witz. Hier ist die Bereitschaft und Solidarität offensichtlich sehr groß und es ist fraglich, ob man überhaupt noch für WIGE arbeiten will.

3.) Die anderen Bereiche spielen auf dem Papier zumindest Erträge ein und könnten eigenständig vermutlich überleben, wenn die Personalkosten halbiert werden. Mit Entlassungen hatte Eishold auch in der Vergangenheit schon grosse Erfolge.

(...) Begründet wurde Eisholds Rückzug mit der "erfolgreichen Umstrukturierung" von MME. Bei dem früher im Neuen Markt notierten Unternehmen blieben 40 von einst 200 Arbeitsplätzen übrig. (...)

4.) Angeblich prüft die ITR für die DTM schon Alternativangebote eines der größten AÜ-Betreibers in Deutschland.

22.01.2010 10.00 Uhr



Weitere Details auf einer Extraseite

INSOLVENZANFECHTUNG


Was der Rechtsanwaltsbrief eventuell bewirkt haben könnte (...)




21.01.2010 10.00 Uhr

Soeben erhielt ich das Schreiben, dass die WIGE - Anwälte an die Gläubiger geschickt haben.

"Aufgrund sehr schwieriger wirtschaftlicher Gesamtumstände und einer saisonale bedingt schwachen Auftragslage verzeichnet unsere Mandantin zur Zeit bedauerlicherweise einen Liquiditätsengpass. (...) Wir sind beauftragt, sämtliche Gläubiger unserer Mandantin über die derzeit schwierige Lage des Unternehmens zu informieren und im Mithilfe eines jeden Gläubigers im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bitten.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass aufgrund der derzeitigen Lage eine sofortige Begleichung sämtlicher offener Forderungen die Situation unserer Mandantin und in Folge auch die Situation der Gläubiger nur verschlechtern kann. Dennoch möchte unsere Mandantin einen konstruktiven Vorschlag unterbreiten, wie ihre derzeit offene Forderung zeitnah beglichen werden könnte.

Names und in Vollmacht unserer Mandantin dürfen wir Ihnen daher vorschlagen, dass ihre offene Gesamtforderung mit Annahme dieses Angebotes unverzüglich in Höhe von 20 % beglichen wird. Eine weitere Tranche in Höhe von 50 % der offenen Gesamtforderung
könnte zum 30.4.2010 beglichen werden- Hinsichtlich des Restes von 30 % wäre ein Verzicht auszusprechen.

Unsere Mandantin ist selbstverständlich klar, dass diese Abrede ein erhebliches Entgegenkommen ihrerseits bedeutet. Jedoch ist im Hinblick auf die
mögliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage unserer Mandantin die angebotene Lösung eine solche, welche weit über zu erwartenden Quoten liegt, sofern das Entgegenkommen der Gläubiger verweigert würde. (...)

Ihr konstruktives Mitwirken wird unsere Mandantin bei der zukünftigen Zusammenarbeit auf jeden Fall berücksichtigen. (...)

Um die Situation nicht zu verschärfen und weitere Kosten zu vermeiden bitten wir darum, von weitergehenden Schritten und der Einleitung gerichtlicher Verfahren abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt"

Whhow, WIGE spricht erstmals von Quoten. Wenn also die Gläubiger das Entgegenkommen verweigern würden, dann liegen die zu erwartenden Quoten (der Insolvenz) deutlich niedriger. Erstmals gibt WIGE die dramatische Lage in einem Rundschreiben zu.

Zynismus pur, "dass eine Vergleichszustimmung bei der zukünftigen Zusammenarbeit auf jeden Fall berücksichtigt wird" ...

Aber Klartext: Wenn die Gläubiger (oder vermutlich ein Teil davon) ihre Zustimmung verweigern, wird es (so der Rechtsanwalt) eine (zu erwartende Insolvenzquote) geben. Tja, wie soll man das bezeichnen ......
Hat man einmal daran gedacht, dass es neben den Großgläubigern auch unzählige freie Dienstleister gibt, die teilweise bereits Probleme mit ihrer Miete haben, weil sie sich auf WIGE verlassen haben.

20.01.2010 18.00 Uhr


Was ist hier los? 2 Tage nicht am Schreibtisch und die Informationen überschlagen sich. Tatsächlich hat man den Gläubigern von WIGE ein Angebot gemacht.

Siehe Gästebuch:

von freier mitarbeiter aus NRW am 19.01.2010 22:12
Die WIGE scheint heute an freie Mitarbeiter mit ausstehenden Forderungen brieflich folgendes "Angebot" gemacht zu haben: 20% der Kohle jetzt, 50% bis 30.04 und Verzicht auf die verbleibenden 30%. Das wohl mit dem Hinweis, das sonst evt. keiner mehr etwas sehen wird. Ich wünsche der WIGE die Pleite nicht, habe aber Zweifel, ob die Firma, falls sie überlebt, noch etwas mit dem Ü-Wagen-Dienstleister zu tun hat, wie wir ihn kennen.
Gruß ans tvvolk

von Umatic-HD am 20.01.2010 17:53
Ich kann über das Angebot der WIGE nur lachen - zur Not hole ich mir den Gegenwert aus der Halle raus!
Wenn die WIGE pleite geht ist's auch nicht schlimm: einer weniger! Für den Ü-Wagen-Markt kann es nur gut sein - der Kuchen wird durch weniger Firmen geteilt. Ich kann allen nur raten direkt Klage auf RG-Zahlung einzureichen und zu hoffen, dass in der Insolvenz-Masse genug hängen bleibt - schlechter als das Angebot wirds auch nicht sein.

Die Annahme, die freien Dienstleister so verar***en zu können ist äusserst unverschämt! So eine Firma hat es nicht verdient, weiter am Markt zu operieren....

Viele Grüsse an alle Leidensgenossen - ihr könnt die WIGE mit Eurem Handeln nicht retten!

16.01.2010 12.00 Uhr

Letzte Woche rief mich ein Insider an und berichtete mir, dass es eine Studie über die Zukunft von HDTV in Deutschland gibt. Erstaunlich, dass dort die aktuellen Zahlen von WIGE zu finden sind und erstmals auch Prognosen für die nächsten zwei Jahre abgegeben werden.

Die Zahlen sind anscheinend authentisch, denn die Studie enthält die letzte Entwicklung in der Firma.

Weakness (Schwächen)
(...) Old management run the company like a family owend business and too long to bring in new management.

Opportunities (Möglichkeiten)
(...) New management with experience at restructuring companies has been brought into the company ....

Ich habe einmal die Zahlen aus der Silvia Quandt Research GmbH "GERMAN MEDIA IN CHANGE" vom 5.1.2010 in eine Tabelle mit den Bilanzergebnissen 2008 und 2008 verglichen.





























Nicht überraschend wird das 2009er Ergebnis das Schlimmste seit der Firmengründung. Hier verliert die WIGE-MEDIA echt Geld und die angestrebte Bilanzsanierung durch die Kapitalherabsetzung ist vermutlich die einzige Möglichkeit, die Bilanzüberschuldung zu verhindern. Wenn nicht frisches Kapital in die Firma fliesst, kann es ganz schnell eng werden.

Interessanter sind allerdings die Planungen und Schätzungen für 2010 und 2011, die eine deutliche Sprache sprechen.

Neben der Umsatzhalbierung von 2007 bis 2010 wird der Material- und Dienstleistungsaufwand ebenfalls halbiert. Die Personalkosten sollen um 20 % gesenkt werden.

Dann der Hammer:
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sollen um rund 5,6 Mio. gesenkt werden und die Abschreibungen um schlappe 3,2 Mio.
Erstaunlich dabei:
Die Restbuchwerte 2008 = 13,96 Mio erfahren 2009 eine Abschreibung mit 4,81 Mio und betragen dann nur noch 5,96 Mio. Wo ist die Differenz zu suchen? Verbirgt sich hier bereits ein in 2009 getätigter Anlagenverkauf?


Wie kann und soll das überhaupt mit den "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" funktionieren? Hier die Zahlen aus den letzten Bilanzen.













Wo kann man hier über 5 Mio. sparen?

Raumkosten und Versicherungen sind bereits mehr als die prognostizierten 1,3 Mio.

Erst bei einer völligen Einstellung des TV-Bereiches, dem Wegfall von Fuhrpark, Flug-und Reisekosten und signifikanter Reduzierung der Verwaltungs- und Versicherungskosten




Ein Schuh könnte allerdings ansatzweise daraus werden, wenn WIGE -MEDIA bereits 2010 die Technik verkauft und den defizitären TV-Bereich komplett einstellt.

Ein Indiz hierfür ist die geplante deutlich reduzierte Abschreibung in 2009, obwohl die aktuelle Technik längst nicht abgeschrieben ist.

Dieses Modell käme auch der geplanten Umstrukturierung am Nächsten.













07.01.2010 12.00 UHR


Dieser Beitrag in einem Forum deckt sich mit den hier vorliegenden Informationen.


WIGE soll die Freien immer noch auf ihren Rechnungen sitzen lassen.

Im Januar gibts einen Gerichtstermin in Köln, über den wir detailliert berichten werden.

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Willkommen bei "Bemerkungen", meinem Notizbuch für das WIGE - Buch

Hier finden Sie tagesaktuelle Gedanken, Faktensammlungen und Recherchen für mein Buch,
die ausschliesslich meine persönliche Einschätzung und journalistische Meinung darstellen.

Unbestätigte Meldungen und Gerüchte sind als solche gekennzeichnet.
Wenn Personen, Ereignisse oder beschriebene Abläufe von der Realität abweichen, bitte ich um einen zügigen Korrekturhinweis für meine Recherchen.

Bemerkungen bis 31.12.2009